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Deutschland

Viel Arbeit für Polizei und Rettungskräfte

Die Silvesternacht in Deutschland war vielerorts verregnet. Das Wetter hat jedoch kaum jemanden abgehalten, das neue Jahr im Freien mit Feuerwerken zu begrüßen. Manch Freudenfeier endete mit Tränen und Ernüchterung.

Eine der größten Silvesterpartys weltweit fand in Berlin statt: Auf der Straße des 17. Juni, die an der Siegessäule vorbei durch den Tiergarten bis zum Brandenburger Tor führt, feierten mehr als eine Million Menschen. Berliner und Feiertagstouristen hatten sich teilweise schon Stunden vor Mitternacht versammelt.

Die rund zwei Kilometer lange Partymeile war bereits am frühen Abend überfüllt, daher wurden zwei Zugänge zur Feierzone schon Stunden vor Mitternacht abgesperrt. Bei der zentralen Berliner Silvestersause kam es nicht zu größeren Zwischenfällen, teilte die Feuerwehr mit. Allerdings mussten 300 Personen vom Sanitätsdienst versorgt und mehr als 70 Menschen ins Krankenhaus gebracht werden.

Arbeitsreiche Nacht

Feuerwehrautos in nächtlichem Einsatz Bild: Claudia Hennen

Nicht nur in Berlin war es eine arbeitsreiche Nacht für die Feuerwehr. Auch anderswo jagte ein Einsatz den anderen.

Die Silvesternacht war für Polizei und Feuerwehr in Berlin dennoch sehr arbeitsreich. Die Zahl der Brände in der Stadt lag um 40 Prozent höher als im Vorjahr. Der Rettungsdienst verzeichnete einen Anstieg seiner Einsätze um 14 Prozent im Vergleich zur Silvesternacht des Jahres 2010.

Die Berliner Feuerwehr wurde in der Silvesternacht zu 1.583 Einsätzen gerufen, bei denen sie insgesamt 400 Brände löschen musste. Der Rettungsdienst rückte gleichzeitig zu 1.130 Einsätzen aus. Zu den Notfällen sei es, so die Feuerwehr, in den meisten Fällen wegen des allzu sorglosen Umgangs mit Feuerwerkskörpern gekommen. 

Unfälle, Gewalt und Tränengas

In Göppingen (Baden-Württemberg) starb ein Mann beim Feuerwerk. Dem 27-jährigeren war ein Knallkörper in der Hand explodiert, zwei weitere Anwesende wurden bei dem Unfall verletzt. Die Polizei ermittelt, ob der explodierte Feuerwerkskörper vielleicht selbst gebastelt war.

Eine Feuerwerksrakete startet. Foto: AP Photo/Martin Meissner

Ob gekauft oder selbst gebastelt: Der Umgang mit Raketen kann tödliche Folgen haben.

Im nordrhein-westfälischen Siegen ist es bei einer Silvesterfeier von drei Personen im Alter von 56 bis 65 Jahren zu einem Todesfall gekommen. Bei der Feier hatte, so die Polizei, habe ein Mann einen anderen mit dem Messer angegriffen und auf ihn eingestochen. Nachdem das 65-jährige Opfer am frühen Morgen im Krankenhaus verstorben war, nahm eine Mordkommission ihre Ermittlungen auf.

Im Stadtteil Connewitz der sächsischen Großstadt Leipzig kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und etwa 40 meist betrunkenen Bürgern. Die Bilanz: Elf Personen wurden vorläufig festgenommen und zwei Beamte verletzt. Nach offiziellen Angaben hatten die Randalierer die Beamten mit Feuerwerkskörpern beschossen und sie anschließend mit Flaschen und Steinen angegriffen. Die Polizei konnte den Straßenkampf erst durch den Einsatz von Tränengas beenden.

Typischer Lagebericht

Die Bilanz des Polizeipräsidiums im westfälischen Hamm spiegelt ein typisches Bild der deutschen Silvesternacht: Dem Bericht zu Folge kam es in der 180.000 Einwohner zählenden Stadt zu 64 "silvestertypischen" Einsätzen, wie Schlägereien und Anzeigen wegen Ruhestörung. Außerdem kümmerte sich Einsatzbeamte in Hamm um zehn hilfsbedürftige oder orientierungslose Personen und um Fälle von Sachbeschädigung.

Die Hammer Polizeiführung brachte die Lage in beamtentypischer Diktion auf den Punkt: Es habe sich um "eine arbeitsreiche Silvesternacht ohne herausragende Sachverhalte" gehandelt. Diese Bilanz scheint, von einzelnen Vorkommnissen abgesehen, für das ganze Land zu gelten.

Autor: Dirk Kaufmann (dapd, dpa)
Redaktion: Karin Jäger