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Sport

Vettels Motto: "Immer Vollgas"

Sebastian Vettel fährt in der Königsklasse des Motorsports in einer eigenen Liga. In Japan machte der 24-Jährige seinen zweiten WM-Titel perfekt und krönte sich zum jüngsten Doppelweltmeister der Formel-1-Historie.

Sebastian Vettel (Foto: dapd)

Sicherte sich bereits vier Rennen vor Saisonende erneut den WM-Titel in der Formel 1: Sebastian Vettel

2011 hat sich die Formel 1 ein wenig neu erfunden: Vor allem verstellbare Heckflügel und die Rückkehr des Bremsenergie-Systems KERS sorgten für deutlich mehr Überholmanöver. Spannend ging es im Kampf um den WM-Titel dennoch nicht zu. Denn an der Spitze war Sebastian Vettel im Red Bull kaum zu stoppen. Am Sonntag (09.10.2011) reichte Vettel ein dritter Platz, um sich bereits vier Rennen vor Saisonende erneut den WM-Titel in der Formel 1 zu sichern.

"Mit seiner Perfektion hat Vettel die Formel 1 wieder langweilig gemacht. Der Pilot ist unbesiegbar, sein Auto ist eine Rakete", schrieb die italienische Tageszeitung La Repubblica: "Vettel begeht keine Fehler, er ist stets perfekt. Er ist ein Monster, eine Maschine, die Rekorde aufstellt. Er verdient diesen WM-Titel - und wer weiß, wie viele andere noch ..."

Alles deutet auf eine Ära Vettel hin

Red Bull-Pilot Sebastian Vettel fährt mit großem Vorsprung an der Spitze des Formel-1-Fahrerfeldes (Foto: dapd)

Vettel fährt allen davon

Und tatsächlich: Nicht nur die beiden WM-Titel deuten auf eine länger anhaltende Ära Sebastian Vettel hin. Als jüngstem Formel-1-Piloten gelang es dem 24-Jährigen, einen WM-Titel erfolgreich zu verteidigen. Michael Schumacher war bereits 25 Jahre alt, als er seinen ersten von sieben WM-Titeln einfuhr. Vettel ist zudem erst der dritte Formel-1-Fahrer, der vier Rennen vor Saisonschluss als Weltmeister feststeht. Dies war zuvor nur dem Briten Nigel Mansell (1992) und Ferrari-Star Schumacher (2002, 2004) gelungen.

Vettel kann in dieser Saison noch einen Rekord einstellen und sogar noch einen weiteren brechen. Nach neun Saisonsiegen fehlen ihm noch vier zur absoluten Bestmarke von 13 von Michael Schuhmacher aus dem Jahr 2004. Noch näher ist der Pole-Position-Rekord. Nigel Mansell hatte 1992 insgesamt 14 Mal auf Startplatz eins gestanden, Vettel bislang in diesem Jahr schon 12 Mal.

Absoluter Siegeswillen

"Immer Vollgas. Go hard or go home", so lautet Vettels Motto. Selbst jetzt beim Großen Preis von Japan in Suzuka fuhr er wie immer auf Sieg, und nicht einfach nur um den letzten noch notwendigen Punkt. "Sebastian hat einfach diesen absoluten Siegeswillen. Und er hat immer die Füße am Boden, kein Erfolg der Welt würde ihn abheben lassen", erklärte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bewundernd. "Seb ist immer entspannt. Deshalb geht ihm alles so leicht von der Hand", sagte Ecclestone.

Sebastian Vettel (li.) und Michael Schumacher (Foto: AP)

Kann Sebsatian Vettel (li.) sein Vorbild Michael Schumacher eines Tages sogar übertrumpfen?

Wie Michael Schumacher gilt Vettel als akribisch und detailbesessen, doch anders als sein großes Vorbild kommt er nicht ganz so ernst herüber, sondern eher schlagfertig und fast immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Das macht ihn in der Szene so sympathisch.

Voll des Lobes äußerten sich auch die Rivalen: "Vettel fährt fantastisch. In diesem Jahr hat er keine oder nur ganz wenige Fehler gemacht", sagte Doppelweltmeister Fernando Alonso (2005, 2006). "Sebastian ist der einzige Fahrer, der in diesem Jahr alle Rennen beendet hat, und er fährt auch noch sehr, sehr gut", betonte der Spanier. Auch Lewis Hamilton bescheinigte dem Red-Bull-Piloten eine großartige Saison: "Ich denke, er war außergewöhnlich in diesem Jahr. Ich ziehe meinen Hut vor ihm. Er hat fantastische Arbeit geleistet", sagte der Brite.

Schon als Dreijähriger am Lenkrad

Vettel wurde 1987 im hessischen Heppenheim geboren. Zum Motorsport kam er durch seinen Vater, der das Talent seines Sohnes früh erkannte. Bereits im Alter von drei Jahren unternahm Sebastian erste Fahrversuche in einem Kart. Seit seinem siebten Lebensjahr startete Vettel regelmäßig bei Kart-Rennen und holte verschiedene Juniorentitel. Als Zwölfjähriger wurde er in die Nachwuchsförderung von Red Bull aufgenommen. Später wechselte er in die Formel BMW und gewann in der Saison 2004 bereits 18 von 20 Rennen.

Der deutsche Formel-1-Rennfahrer Sebastian Vettel von Red Bull steht auf der Rennstrecke in Valencia (Spanien) an einem Garagentor mit der Nummer 1 (Foto: dpa)

Schon früh auf die 1 gepolt

Bei seinem Formel-1-Debüt 2007 in Indianapolis avancierte Vettel mit 19 Jahren zum jüngsten Piloten, der jemals in die Punkteränge fuhr. 2008 wurde er beim Großen Preis von Italien in Monza zum jüngsten Gewinner eines Formel-1-Laufs. 2009 wäre er fast Weltmeister geworden. Technische Defekts an seinem Red Bull, aber auch eigene Fehler warfen ihn zurück. Am 14. November 2010 wurde Vettel im Alter von 23 Jahren und 134 Tagen jüngster Weltmeister der Königsklasse. Dieses Jahr verteidigte er seinen Titel erfolgreich und schrieb damit endgültig Formel-1-Historie. Seinen Vertrag bei Red Bull hatte er bereits vor der laufenden Saison um zwei weitere Jahre bis Ende 2014 verlängert.

Als Hobbys gibt Vettel Snowboard, Mountainbiking, Schwimmen und Fitness an. Musikalisch bevorzugt er unter anderem die Beatles. Enorm ist seine Popularität in Deutschland. 2010 beschloss der Stadtrat von Heppenheim, Vettel zum Ehrenbürger zu ernennen. Von den Fans und in den Medien wurde Heppenheim auch kurzzeitig in "Vettelheim" umbenannt. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde Vettel zu Deutschlands "Sportler des Jahres 2010" gekürt. Es dürfte nicht die letzte große Ehrung für den Ausnahmesportler sein.

Autor: Arnulf Boettcher

Redaktion: Wolfgang van Kann

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