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Sport

Vettel siegt im Chaos-Rennen

Zahlreiche Unfälle, Zwei Saftety-Car-Phasen, Rennabbruch: Sebastian Vettel hat dank einer tollen Fahrleistung, einer riskanten Taktik und Nerven aus Stahl in Monaco den fünften Saisonsieg eingefahren.

Red Bull-Fahrer Sebastian Vettel feiert seinen fünften Saisonsieg. (Foto:Luca Bruno/AP/dapd)

Vettel in Siegerlaune

Es war knapp, es war dramatisch, es war eine erneute Demonstration seiner Klasse: Sebastian Vettel hat für den ersten deutschen Sieg in Monte Carlo seit 10 Jahren gesorgt. Mit einer grandiosen Fahrleistung, einer riskanten Taktik und Nerven aus Stahl hat sich der Weltmeister zum PS-Fürsten von Monaco gekürt. Der Red-Bull-Pilot ließ sich weder von einem verpatzten Boxenstopp noch von wild jagenden Weltmeister-Rivalen oder zwei Safety-Car-Phasen aus der Erfolgsspur bringen.

Die 20. Pole seiner Karriere verteidigte Vettel souverän und zog vom Start weg davon. Nachdem sich der Deutsche einen sicheren Vorsprung herausgefahren hatte, büßte er seine Führung nach dem ersten Reifenwechsel, der fast doppelt so lange dauerte wie gewöhnlich, aber schon ein. Button war jetzt vorn. Vor allem zwischen Button und Vettel entwickelte sich ein packendes Duell, in das sich dann gegen Ende auch noch Ferrari-Fahrer Fernando Alonso einmischte.

Kein gutes Rennen von Hamilton

Vettel fuhr als Erster über die Ziellinie (AP Photo/Luca Bruno)

Vettel fuhr als Erster über die Ziellinie

Binnen weniger Runden machte der britische Ex-Weltmeister Button nach seinem zweiten Wechsel wieder Boden gut auf Vettel. Für Buttons unbeherrschten Teamkollegen Hamilton war das Rennen zu diesem Zeitpunkt schon längst gelaufen: Bestraft in der Qualifikation und gestartet von Platz neun, suchte der Monaco-Sieger von 2008 sein Glück in einer heillosen Offensive. Ein übermütiges Überholmanöver gegen Ferrari-Mann Massa bestraften die Rennkommissare prompt: Durchfahrtsstrafe.

Für Schumacher kam es noch schlimmer: Die Freude über Startplatz fünf währte nicht lange, auf den ersten Metern fiel der Rekordweltmeister fünf Ränge zurück. Nach frühen Problemen mit den Reifen wurden Schumacher und Rosberg durchgereicht. Im Hinterfeld dümpelten die beiden dahin, bei einem Überholmanöver von Schumacher in der 31. Runde wäre es in der Haarnadelkurve fast zur teaminternen Kollision gekommen.

Schumacher kann nicht an die Vergangenheit anknüpfen

Hier führte Schumacher vor Massa, beiden Fahrer flogen vorzeitig raus. (AP Photo/Luca Bruno)

Hier führte Schumacher vor Massa, beide Fahrer flogen vorzeitig raus

Vier Umläufe später hieß es für Schumacher, der vor zehn Jahren den fünften und letzten Sieg in seiner Karriere im Glücksspielparadies gefeiert hatte: Rien ne va plus. In der Rascasse-Kurve blieb der Silberpfeil stehen. Wahl-Monegasse Rosberg, der nach seinem Trainingsunfall praktisch vor der Haustüre einen guten Start erwischt hatte, dürfte den Rest des kürzesten Rennens (260,520 Kilometer) im WM-Kalender auf den hinteren Rängen ebenfalls kaum genossen haben.

Nachdem es im Training durch Rosberg und in der Qualifikation durch den Mexikaner Sergio Perez, der bis Montag (30.05.2011) im Krankenhaus bleiben soll, zu schweren Unfällen gekommen war, verlief das Rennen erst noch weitgehend glimpflich. Dann krachte Massa im Tunnel mit seinem Wagen in die Bande. Das Safety Car musste auf die Strecke. Das Feld rückte wieder enger zusammen, Vettels Vorsprung, den er sich bis dahin gegen Button herausgefahren hatte, war wieder dahin.

Schwerer Unfall von Petrow

Petrov bei seinen Unfall sechs Runden vor Schluss. EPA/SRDJAN SUKI

Petrow nach seinen Unfall

Die letzten 25 Runden der insgesamt 78 entwickelten sich zu einer nervenzehrenden und packenden Taktikschlacht: Kommt Vettel noch mal zum Reifenwechsel rein? Alonso, der vor einer Woche von Vettel noch überrundet worden war, hing dem Deutschen fast im Heck, ehe es durch einen Unfall bei Überrundungen durch Witali Petrow zu einer weiteren Safety-Car-Phase und Unterbrechung kam.

Während der Krankenwagen zur Unfallstelle des russischen Renault-Piloten kam, machten sich die verbliebenen Fahrer zum Neustart bereit. Nach über 20-minütiger Unterbrechung ging es weiter - mit Vettels Siegesfahrt in 2:09:38,373 Stunden.

Endstand in Monaco nach 78 Runden:

1. Sebastian Vettel (Red Bull)
2. Fernando Alonso (Ferrari)
3. Jenson Button (McLaren Mercedes)
4. Mark Webber (Red Bull)
5. Kamui Kobayashi (Sauber)
6. Lewis Hamilton (McLaren Mercedes)
7. Adrian Sutil (Force India)
8. Nick Heidfeld (Lotus Renault)
9. Rubens Barrichello (Williams)
10. Sébastien Buemi (Toro Rosso)
11. Nico Rosberg (Mercedes)
12. Paul di Resta (Force India)
13. Jarno Trulli (Lotus)
14. Heikki Kovalainen (Lotus)
15. Jérôme d Ambrosio (Virgin)
16. Vitantonio Liuzzi (Hispania)
17. Narain Karthikeyan (Hispania)

Autorin: Sarah Faupel (mit dpa und sid)
Redaktion: Olivia Fritz