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Sport

Vettel in Silverstone am schnellsten

Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel fuhr beim Großen Preis von Großbritannien der Konkurrenz davon und holte in der WM-Wertung auf. Im Streit zwischen Automobil-Verband FIA und den Teams gibt es versöhnlichere Töne.

Jubel Sebastian Vettel mit Pokal

Vettel triumphiert in England

Was für eine Leistung von Sebastian Vettel! Der 21-jährige Red-Bull-Pilot hat beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone einen souveränen Sieg herausgefahren. "Unglaublich. Es war ein Traum", freute er sich hinterher. "Der Schlüssel zum Erfolg war mein guter Start." Vettel, der von der ersten Startposition ins Rennen gegangen war, kam besser weg als die Konkurrenz, holte schnell ein paar Sekunden Vorsprung heraus und hielt sich die Verfolger über das gesamte Rennen auf Distanz – kein einziges Mal geriet sein zweiter Saisonsieg in Gefahr. "In den letzten zehn Runden war es leicht", so der strahlende Sieger. "Ich habe jede Runde runtergezählt." Mit seinem Sieg konnte Vettel zum ersten Mal in seiner Karriere auch bei trockenem Wetter eine Pole-Position verteidigen – bisher hatte er das nur zweimal im Regen geschafft.

Jenson Button im Brawn GP (Foto: dpa)

Button fuhr nur hinterher

Auf den weiteren Plätzen folgten Vettels Teamkollege Mark Webber und Rubens Barrichello im Brawn GP. Vierter wurde Felipe Massa im Ferrari. Nico Rosberg belegte im Williams den fünften Platz und kam damit noch vor WM-Spitzenreiter Jenson Button ins Ziel. Für Button – der sechs der ersten sieben Saisonrennen gewonnen hatte – ausgerechnet bei seinem Heimrennen ein erster kleiner Rückschlag. Knapp an den WM-Punkten vorbei fuhr Toyota-Pilot Timo Glock als Neunter. Enttäuschend verlief das Rennen für Nick Heidfeld, der seinen BMW als 15. über die Ziellinie fuhr, ebenso für Adrian Sutil im Force India, der zunächst nach einem Defekt unmittelbar vor dem Rennen aus der Boxengasse starten musste und anschließend nur 17. wurde.

In der WM-Gesamtwertung führt nach 8 von 17 Rennen weiterhin Button im Brawn GP mit nun 64 Punkten. Dahinter gibt es einen Zweikampf zwischen Buttons Teamkollegen Barrichello mit 41 Zählern und - mit 39 Punkten - dem Sieger des Tages, Sebastian Vettel.

Versöhnliche Töne von Mosley

FIA-Präsident Max Mosley beim Interview (Foto: dpa)

Rudert Mosley zurück?

Unterdessen läuft die Uhr für die "echte" Formel 1 weiter ab. Nach der Eskalation im Dauerkonflikt zwischen FIA-Präsident Max Mosley und der Interessenvertretung der Teams "FOTA", ist Mosley einen ersten Schritt auf die Gegenseite zugegangen. "Es wird keine Klage geben", so Mosley, "wir wollen lieber miteinander reden als einen Prozess führen." Diese Aussagen waren ein erstes positives Signal, nachdem am Freitag (19.06.2009) die acht in der "FOTA" vereinigten Teams ihren Rückzug und den Aufbau einer Konkurrenzserie angekündigt hatten, weil sie mit der geplanten Budgetbegrenzung auf 45 Millionen Euro in der kommenden Saison nicht einverstanden waren. Mosley wollte daraufhin die Rebellen Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, BrawnGP, Red Bull, Renault, Toyota und Toro Rosso vor Gericht zerren.

Weit voneinander entfernt sind der FIA-Chef und seine Kontrahenten indes nicht. Der Ansicht, dass die Kosten gesenkt werden müssen, sind alle Beteiligten. Die Ankündigung der FOTA, die Formel 1 zu verlassen, könnte daher auch ein Angriff auf Mosley sein. Seit Jahren bestimmt der 69-jährige Brite gemeinsam mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone oft eigenmächtig die Regeln - und stößt damit nicht selten auf die Kritik der Teams. Bisher aber war nie eine einheitliche und geschlossene Front gegen ihn entstanden. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass Mosley nun zurückrudert.

Rennkalender soll stehen

Rennszene Formel Eins

Kommt die neue Serie?

Auch für die acht Top-Rennställe, die ihren Ausstieg erklärten, wird die Zeit knapp. Sie müssen ihre Pläne vorantreiben, wenn ihre Drohung glaubwürdig bleiben soll. "Es besteht die Gefahr, im nächsten Jahr, ohne irgendetwas dazustehen", sagte BMW-Sportdirketor Mario Theissen. "Deshalb müssen wir jetzt die Initiative ergreifen." In weniger als einem Jahr müsste eine konkurrenzfähige Serie derselben Qualität entstehen. Was die künftig zu befahrenden Strecken angeht soll es aber Fortschritte geben. Gerüchten zufolge haben die "Aussteiger" bereits einen Rennkalender für ihre neue Serie.

17 Rennen soll es geben, die teilweise auf ehemaligen Formel-1-Strecken wie Buenos Aires, Mexico und Imola, teilweise aber auch auf neuen Kursen wie der Strecke in portugiesischen Portimao oder dem Eurospeedway Lausitz stattfinden sollen. Auch Monaco wäre dabei: Das Fürstentum will nämlich nur der Serie eine Starterlaubnis erteilen, in der auch Ferrari teilnimmt. Das Saisonfinale würde im australischen Adelaide stattfinden. (az/to/sid/dpa)


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