Vettel dominiert zweiten Formel-1-Testtag | Sport | DW | 27.02.2018
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Formel 1

Vettel dominiert zweiten Formel-1-Testtag

Trotz klirrender Kälte spult Ferrari-Pilot Sebastian Vettel am zweiten Tag der Testfahrten der Formel 1 knapp 100 Runden ab und fährt auch die beste Rundenzeit. Zweiter wird ein Mercedes-Pilot, aber nicht Lewis Hamilton.

Zwischen dem Auftakt unter dem Gefrierpunkt und ein paar Schneeflocken gegen Ende ist Sebastian Vettel in seinem neuen Ferrari ordentlich auf Betriebstemperatur gekommen. Mit der Bestzeit der bisherigen beiden Testfahrttage startete der vierfache Weltmeister in seine WM-Mission 2018. "Von dem, was wir sehen, schaut es ganz gut aus", bilanzierte er anschließend. Vettel, der am ersten Testtag noch nicht im Auto gesessen hatte, benötigte für seine schnellste Runde auf dem Circuit de Catalunya 1:19,673 Minuten und verwies damit den finnischen Mercedes-Piloten Valtteri Bottas um 0,303 Sekunden auf Platz zwei. auch schneller als Daniel Ricciardo am Vortag im Red Bull (1:20,179).

"Es ist wichtig, dass alles hält und das war tadellos", sagte er zum neuen Wagen. "Es ist ansonsten unheimlich schwer zu vergleichen, weil es zu kalt ist." Diejenigen, die sich auf ein erstes direktes Duell der beiden viermaligen Weltmeister Vettel und Hamilton gefreut hatten, wurden enttäuscht. Entgegen der Planungen tauschte Mercedes nicht die Fahrer zur Hälfte des Tages. Lewis Hamilton hatte also frei. Grund war die gestrichene Mittagspause, um nach dem ungemütlichen Start bei -0,3 Grad den Fahrern noch eine Stunde mehr Testzeit zu geben. Die Silberpfeile auch keine Zeit verlieren, und ein Fahrerwechsel hätte Umbaumaßnahmen am W09 erfordert: "Sitz, Pedalen, sogar die Aufkleber", twitterte das Team.

Vettel will sich endlich in Rot krönen

Vettel war es egal, er spulte sein eigenes Programm ab. Einen Ausflug ins Kiesbett überstand sein Wagen ohne Probleme, insgesamt drehte er 98 Runden. Ein guter erster Eindruck, der aber im Hinblick auf die WM noch keine Rückschlüsse zulässt.

"Es ist kein Geheimnis, dass es eine Riesenherausforderung ist, wenn es am Ende klappt, wäre es fantastisch", sagte Vettel. Er will den Titel - zum ersten Mal im Ferrari, zum fünften Mal in seiner Karriere. 30 Jahre alt ist Vettel mittlerweile, am 3. Juli wird er 31. Sein Vertrag bis Ferrari wurde im vergangenen Jahr verlängert, er endet nun mit der Saison 2020. Seit 2015 fährt Vettel für die Scuderia, er kam als viermaliger Weltmeister von Red Bull.

In Melbourne, zum Auftakt in die neue Saison, wird Vettel am 25. März seinen 200. Grand Prix bestreiten, er könnte ihn gleich mit einem Sieg und dem 100. Podiumsplatz seiner Karriere krönen. Vor einem Jahr gewann er den Großen Preis von Australien. "Vergangenes Jahr hat uns Ferrari alle überrascht und ein Auto auf die Strecke gebracht, das von Beginn an funktioniert hat", erinnert sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Radikaler, aggressiver, länger

Spanien Formel 1 Vettel Ferrari (picture alliance/HOCH ZWEI)

Lang, schmal - und schnell? Der neue SF71H soll die Mercedes-Silberpfeile in die Schranken verweisen

Der Ferrari und auch Vettel funktionierten allerdings nur in der ersten Saisonhälfte titelreif. Vier Siege feierte Vettel bis zur Sommerpause, verabschiedete sich mit 14 Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton in die dreiwöchigen Ferien. Danach war die Herrlichkeit in Rot vorbei, Hamilton brachte sich in Silber mit fünf Siegen in den nachfolgenden sechs Rennen in Titelposition. Am 29. Oktober 2017 war der WM-Traum für Vettel nach Defekt- und Fehlerwochen vorbei, Hamilton krönte sich in Mexiko, zwei Rennen vor Saisonende, zum neuen Champion.

Geht es nach Ferrari, so soll 2018 kein Jahr mit zwei verschiedenen Halbzeiten werden. Der SF71H ist eine Evolution des Vorgängermodells, in einigen Bereichen noch radikaler und aggressiver. Zudem wurde der Radstand verlängert. "Letztlich muss das Auto als Ganzes funktionieren", meinte Vettel. "Überall hat uns noch ein bisschen gefehlt", sagte er mit Blick auf Branchenführer Mercedes. Wie viel Ferrari aufgeholt hat, bleibt vorerst offen. Die erste echte Standortbestimmung muss bis Ende März in Melbourne warten.

asz (dpa, sid)

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