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Fußball-Bundesliga

Vestergaard verschärft Werders Nöte

Ausgerechnet der ehemalige Werder-Profi Jannik Vestergaard verschärft die Abstiegsgefahr bei den Bremern. Gegen Borussia Mönchengladbach sind die Norddeutschen erschreckend harmlos.

Zwölfeinhalb Millionen Euro hat Borussia Mönchengladbach vor gut einem Jahr auf den Tisch gelegt, um Jannik Verstergaard von Werder Bremen loszueisen. Seitdem hat der baumlange Innenverteidiger bei seinem neuen Verein kein einziges Bundesligaspiel verpasst und sich als Leistungsträger längst etabliert. Nun kam es zum Wiedersehen in der alten Heimat - für den ehemaligen Arbeitgeber war das allerdings nicht von purer Freude geprägt.

Denn auch wenn in Vestergaards Stellenbeschreibung hauptsächlich das Verhindern von Toren vermerkt sein dürfe, erweitert der Däne seine Kompetenzen gerne auch um die Offensive, vor allem bei Standardsituationen wie Eckbällen. Das weiß man in Bremen, nur weiß man es nicht zu verhindern. Beim 2:0 (2:0)-Sieg in Bremen an diesem Sonntag war Vestergaard wieder mal zur Stelle. Wie immer mit dem Kopf. Am Elfmeterpunkt schraubte er seine 1,99 Meter in die Luft und ließ Bremens Torwart Jiri Pavlenka keine Abwehrchance - die Vorentscheidung in der 34. Minute, nachdem sieben Minuten zuvor schon Lars Stindl zugeschlagen hatte. "Ich war zugeteilt, habe mich durchsetzten können und das Tor gemacht", analysierte ein zunächst sehr nüchtern wirkender Vestergaardt ins Sky-Mikrofon. "Das war nicht, weil die mich vergessen haben."

Vorne und hinten ein Turm

Und wenn dann doch mal eine der seltenen Flanken in den Borussen-Strafraum segelte, räumte Vesteraard zuverlässig in seinem angestammten Revier ab. "Wir sind immer ein, zwei Schritte zu spät dran gewesen", gab ein enttäuschter Bremer Kapitän Zladko Junuzovic anschließend zu. "Wir waren immer hinten dran. Sie haben uns das Leben komplett schwer gemacht. Es war eine verdiente Niederlage."

Fußball Bundesliga Werder Bremen vs. Borussia Mönchengladbach (picture-alliance/dpa/C. Jaspersen)

Geniales Tor: Lars Stindl (r.) lässt zwei Gegner aussteigen und schlenzt ins lange Eck zum 2:0

Die Bremer präsentierten sich trotz der prekären Tabellensituation erstaunlich zahnlos und spielerisch überfordert. Die Illusion, dass es endlich klappen könnte mit dem ersten Saisonerfolg, wurde den Zuschauern im Weserstadion schon in der ersten Halbzeit geraubt. Sie quittierten den mangelnden Einsatz der Ihren mit Pfiffen. Ein Vestergaard mit seinen kämpferischen Qualitäten und seiner Torgefahr wäre da Gold wert gewesen. So aber hätte der überragende Lars Stindl in der 85. Minute unbedrängt das 3:0 köpfen können, allein der rechte Pfosten verhinderte ein höheres Heimdebakel. "Lars hat das fortgesetzt, was er zuletzt in der Nationalmannschaft gezeigt hat", lobte Borussias Sportdirektor Max Eberl seinen Offensivstar nach der Partie. "Wir wissen schon, was wir an ihm haben."

Neuaufbau mit Schaaf?

Während sich also die Gladbacher in der Tabelle nach oben orientieren, muss sich Bremen wohl auf einen langen und harten Abstiegskampf einstellen. Vier Punkte aus acht Partien bedeuten den vorletzten Tabellenplatz. Am kommenden Wochenende kommt es zum Kellerduell bei den ebenfalls noch sieglosen Kölner. "Das wird schwer", ahnt denn auch Junuzovic. Angesprochen auf das Schicksal der Bremer zeigte Jannik Vestergaard dann doch noch Mitgefühl: "Ich hoffe, dass sie es packen. Ich haben immer noch viele Freunde hier und wünsche dem Verein, den Fans, der Stadt alles Gute."

Aus dem ehemaligen Spitzenklub SV Werder Bremen ist längst ein Sorgenkind geworden. Aber Rettung könnte nahen, allerdings frühestens zur neuen Saison. Thomas Schaaf, als Spieler wie auch als Trainer über Jahrzehnte eine der Symbolfiguren für die goldene Werder-Ära, könnte dann als Technischer Direktor zurückkehren. Das schrieb Klub-Chef Hubertus Hess-Grundewald im Stadionmagazin "Heimspiel" vor der Partie gegen Borussia Mönchengladbach. Schaaf hatte bereits seine generelle Bereitschaft signalisiert.

 

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