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Lawinenunglück in Italien

Verzweiflung in Farindola

Die Hoffnung, nach dem Lawinenunglück in den Abruzzen noch Überlebende in dem Hotel zu finden, ist minimal. Die Retter arbeiten unter extremen Bedingungen. Auch Papst Franziskus will es nicht bei Gebeten belassen.

"Mit jeder Stunde sinken die Hoffnungen, noch jemanden lebend zu finden", sagte Bürgermeister Ilario Lacchetta in der Abruzzen-Berggemeinde Farindola. Schneemassen und die Gefahr neuer Schneebretter behindern und gefährden die Rettungskräfte. Es ist ein Einsatz, der ihnen alles abverlangt. "Hier sind Personen, die am Rande des Möglichen arbeiten", sagte der Chef des Zivilschutzes Fabrizio Curcio. Rund 135 Retter kämpften sich bei Minustemperaturen durch das Hotel. Die Lawinenwarnstufe steht bei vier von fünf.

Gewaltige Schneemassen hatten das Vier-Sterne-Hotel Rigopiano nach einer heftigen Erdbebenserie komplett verschüttet und Teile mitgerissen. Nach Aussagen des Hoteldirektors waren bis zu 35 Menschen in dem Gebäude in 1200 Metern Höhe. Auch mehrere Kinder werden vermisst. Nach Medienberichten wurden inzwischen vier Leichen gefunden, der Zivilschutz bestätigt bislang zwei Tote. Mindestens zwei Menschen überlebten das Unglück, weil sie sich zufällig außerhalb des Gebäudes befanden.

Apokalyptische Szenen

Augenzeugen berichten von apokalyptischen Szenen. Die Gäste hatten offenbar nach den vier schweren Erdbeben am Mittwoch in der Eingangshalle des Hotels auf ihre Abfahrt gewartet. In dem Schneechaos verzögerte sich aber die Ankunft des Räumfahrzeugs. Ein Bekannter eines Überlebenden hatte zudem erzählt, er habe einen Notruf abgesetzt, aber niemand habe ihm geglaubt. Die gesamte Region wird seit August von Erdbeben erschüttert. In den vergangenen Tagen kam der Schnee hinzu, viele Menschen sind ohne Strom. Auf zahlreichen Straßen ist noch immer kein Durchkommen. Zum Wochenende soll sich das Wetter wieder etwas bessern.

Italien Farindola Lawine verschüttet Hotel (picture-alliance/abaca)

Helfer arbeiten an einem Zugang zum verschütteten Hotel Rigopiano

Papst Franziskus setzt sich inzwischen persönlich für die Opfer in Italien ein. Der Heilige Vater rufe nicht nur zum Gebet auf, sondern sporne die italienischen Bischöfe auch an, "alles Mögliche zu tun, damit die Leute in diesem Moment die Nähe und Hilfe der Kirche spüren", sagte Bischof Nunzio Galantino. Franziskus telefoniere mit Bischöfen der Erdbebengebiete, um auf dem Laufenden zu sein. Der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz warnte angesichts der dramatischen Situation vor "vereinfachenden Schuldzuweisungen". Damit sei keinem geholfen.

rb/pab (afp, dpa, kna)

 

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