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Politik

Verwalter ohne Allüren

Zwei Kandidaten, eine Partei: Kirchner und Menem gehören beide den Peronisten an, die die Politik in Argentinien seit dem Zweiten Weltkrieg dominieren. Doch sie könnten gegensätzlicher nicht sein.

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Nestor Kirchner in Siegerpose

Carlos Menem wird dem rechten Flügel der Peronisten zugeordnet, Nestor Kirchner ist der linke "Flügelmann". Viele Argentinier betrachten ihn als das geringste Übel unter den Politikern, von denen viele im Laufe der Wirtschaftskrise in Verruf geraten sind.

Ungeliebter Menem

Menem, der das Land von 1989 bis 1998 regierte, ist bei der Bevölkerung nicht gut gelitten. Auch sein flotter Lebensstil ist in Argentinien umstritten. Menems Name ist untrennbar mit Korruption und Vetternwirtschaft verbunden. Vom Vorwurf des illegalen Waffenschmuggels wurde er nach monatelangem Hausarrest zwar freigesprochen, die Justiz ermittelt jedoch noch wegen dubioser Konten Menems im Ausland.

Doch der Filz ist immer noch da: Die Senatorin Ada Maza aus La Rioja kündigte an, sie werde ihren Platz im Senat in Buenos Aires Menem zur Verfügung stellen. Damit würde der frühere Staatschef weiterhin Immunität gegen mögliche Strafverfolgung genießen.

Pragmatisch, ohne Extravaganzen

Kirchner war zwölf Jahre lang Gouverneur der dünn besiedelten, ölreichen Provinz Santa Cruz im Süden des Landes, wo die Arbeitslosenquote unter zwei Prozent liegt - im Gegensatz zum landesweiten Durchschnitt von fast 20 Prozent. In der Hauptstadt Buenos Aires war der 53-jährige Patagonier bis vor kurzem vollkommen unbekannt. Das Nachrichtenmagazin "Noticias" nannte ihn den "Mann, den keiner kennt".

Kirchner genießt jedoch die Unterstützung von Interimspräsident Eduardo Duhalde. Im Gegensatz zum exzentrischen Menem mit seiner Vorliebe für schnelle Autos und Wasserstoffblondinen gilt Kirchner als farblos und wenig glamourös. "Ich bin kein Verkäufer von Illusionen. Ich bin ein ernsthafter und effizienter Verwalter", charakterisierte er sich selbst.

Große politische Vorbilder

In einem ersten Fernseh-Interview nach dem Verzicht des 72-jährigen Menem kündigte Kirchner an, die Armut im Land entschlossen zu bekämpfen. Zudem wolle er Politik transparenter machen und einen starken Führungsstil anstreben. "Ich werde für Argentinien kämpfen", sagte Kirchner. "Wir werden hart gegen die Armut kämpfen."

Politisch wolle er dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton und dem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten Felipe Gonzalez nacheifern, sagte Kirchner. Lobende Worte fand er auch für den linken brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva. (arn)

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