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Aktuell Nahost

Verurteilungen bei Massenprozess in Ägypten

In Ägypten sind erneut Anhänger des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi in einem Massenprozess zu jahrelangen Hafstrafen verurteilt worden. Ein Prozess gegen Al-Jazeera Journalisten wurde vertagt.

Ein Strafgericht in Kario verhängte gegen 102 Angeklagte zehn Jahre Gefängnis, zwei weitere Mursi-Anhänger wurden zu sieben Jahren Haft verurteilt. Den Angeklagten wurden Gewalttaten bei Protestesten vorgeworfen, die im Sommer vergangenen Jahres nach der Absetzung Mursis stattfanden, wie das ägyptische Staatsfernsehen berichtete.

Die meisten der Angeklakten waren bei der Urteilsverkündung nicht anwesend. Nur 35 waren erschienen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Seit dem Sturz Mursis durch das Militär im vergangenen Juli geht die Regierung mit aller Härte gegen die Anhänger der Muslimbruderschaft vor. Die meisten Verfahren beziehen sich auf die Proteste der Islamisten, bei denen es bei Straßenschlachten hunderte Tote gegeben hatte. So waren bereits am vergangenen Montag bei einem Massenprozess 638 Angeklagte in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt. Unter den ihnen befindet sich der geistige Führer der Muslimbruderschaft, Mohammed Badie. Der Prozess wurde international als Verstoss gegen Grundsätze fairer Verfahren kritisiert.

Präsidentschaftswahlen Ende Mai

Ein Prozess gegen Mitarbeiter des englischsprachigen Nachrichtensenders Al-Dschasira International wurde auf den 15. Mai vertagt. Unter den Angeklagten befindet sich auch der australische Journalist Peter Greste. Die Staatsanschwaltschaft wirft ihnen vor, wissentlich falsche Nachrichten verbreitet und die Muslimbruderschaft unterstützt zu haben.

In Ägypten soll Ende Mai ein neuer Präsident gewählt werden. Dabei gilt der ehemalige Armeechef Abdel Fatah al-Sissi als aussichtsreichster Kandidat. Der 59-Jährige hatte im Juli Mursi, den ersten frei gewählten Präsidenten im bevölkerungsreichsten arabischen Land, gestürzt.

zam/re (dpa, afp)