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Aktuell Amerika

Verursachte ein Pilotenfehler den "Asiana"-Crash?

Nach der erschreckenden Bruchlandung eines koreanischen Passagierflugzeugs in San Francisco kommen die US-Behörden bei der Ursachensuche voran. Fakt ist wohl, dass das Flugzeug den Airport viel zu langsam anflog.

Um die genaue Geschwindigkeit der Unglücksmaschine beim Landeanflug zu ermitteln, müssten noch die Daten der Flugschreiber mit den Radaraufzeichnungen und anderen Luftfahrtdaten abgeglichen werden, teilte die Chefin der US-Flugsicherheitsbehörde NTSB, Deborah Hersman, in San Francisco mit. Fest stehe allerdings, dass das Tempo der Boeing 777 "signifikant" unterhalb der notwendigen Geschwindigkeit von 253 Stundenkilometern gelegen habe.

Deborah Hersman (Foto: AP)

NTSB-Chefin Deborah Hersman

Der Stimmenrecorder und der Flugdatenschreiber lieferten laut Hersman Aufzeichnungen in guter Qualität, so dass die NTSB-Prüfer in Washington einen vorläufigen Bericht des Unfallhergangs erstellt hätten. Da das Flugzeug der Fluggesellschaft "Asiana Airlines" zu langsam gewesen sei, sei ein Warnsignal ausgelöst worden. Einer der Piloten habe sich daraufhin kurz vor dem Aufprall dafür ausgesprochen, doch noch nicht zu landen und die Maschine wieder in die Luft zu bringen. Dies misslang.

Der Pilot der Unglücksmaschine befand sich nach Angaben der Fluggesellschaft "im Übergangstraining" auf der Boeing 777. Der 46-jährige Flugkapitän Lee Kang Kuk habe 43 Stunden Erfahrung mit diesem Flugzeugtyp, sei aber mit insgesamt mehr als 9000 Flugstunden sehr erfahren, sagte eine "Asiana"-Sprecherin in Seoul. Außerdem habe er einen erfahrenen Ausbilder als Ko-Pilot zur Seite gehabt.

Schuldfrage noch unbeantwortet

Hersman hob hervor, es sei dennoch "zu früh", aus den bisherigen Erkenntnissen Schlüsse zu ziehen. So wollte sie denn auch nicht von einem Pilotenfehler sprechen, obwohl es - wie es heißt - keinerlei Hinweise auf technische Probleme bei dem Flugzeug gibt. NTSB-Experten sollen noch etwa eine Woche in San Francisco bleiben, um das Unglück zu untersuchen. Die detaillierte Untersuchung könne insgesamt bis zu 18 Monate dauern, meinte Hersman.

Der US-Nachrichtensender CNN strahlte ein Video aus, das zeigt, dass die Unglücksmaschine beim Anflug auf den an der San Francisco Bay gelegenen Flughafen mit dem hinteren Teil eine Ufermauer streifte. Danach kippte sie auf den Rumpf und drehte sich um etwa 180 Grad. Bei der Bruchlandung wurden das Fahrwerk und das Heck des Flugzeugs abgerissen, es brach Feuer aus.

Flughafen von San Francisco (Foto: Getty Images)

Direkt am Wasser: Der Flughafen von San Francisco

Die "Asiana"-Maschine war in der chinesischen Metropole Schanghai gestartet und hatte einen Zwischenstopp in Seoul eingelegt. An Bord befanden sich mehr als 300 Insassen. Zwei Chinesinnen kamen bei dem Unglück ums Leben, rund 180 wurden verletzt, einige von ihnen schweben noch in Lebensgefahr.

Eine der beiden getöteten Jugendlichen wurde möglicherweise erst bei dem Rettungseinsatz getötet. Ihre Verletzungen deuten darauf hin, dass sie von einem Rettungswagen überfahren wurde.

wa/as (afp, dpa, rtr)

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