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Aktuell Welt

Verteidigungsministerin von der Leyen im Irak

Überraschend ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu einem Besuch im Nordirak eingetroffen. Sie will sich über die Lage in der Region informieren - und auch deutsche Soldaten treffen.

Nur wenige Stunden will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Erbil bleiben. Auf dem Programm steht ein Treffen mit Kurden-Präsident Massud Barsani (Beitragsbild). Dabei will sie sich über die Lage im Nordirak informieren, wo Hunderttausende Menschen auf der Flucht vor der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind. Zudem plant sie Treffen mit Flüchtlingen und mehreren deutschen Soldaten, die bei der Koordination der humanitären Hilfe vor Ort helfen.

Kurdische Soldaten werden ausgebildet

Sie will auch die Ausbildungseinrichtung besichtigen, in der kurdischen Soldaten im Umgang der Waffen beigebracht werden soll. Von der Leyen ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das seit dem Beschluss über deutsche Waffenlieferungen an die Kurden in die Region reist.

In den kommenden Tagen sollen sechs Fallschirmjäger der Bundeswehr in Erbil eintreffen, um kurdische Kämpfer in der Handhabung deutscher Waffen zu unterweisen.

Technische Pannen und diplomatische Verwicklungen

hatten jedoch sowohl die Ankunft der Fallschirmjäger als auch der versprochenen Waffen verzögert. Die Bundesregierung bricht mit der Lieferung des Kriegsgeräts an die Peschmerga ihr selbstauferlegtes Tabu, keine Waffen in Kriegsgebiete zu schicken.

Peschmerga-Armee erhält 600 Tonnen Ausrüstung

Ziel der Militärhilfe ist es, die Kurden im Kampf gegen den rasanten Vormarsch des "Islamischen Staates" zu unterstützen, der in den vergangenen Monaten große Teile des Nordiraks erobert hat. Die Extremisten gehen brutal gegen Andersgläubige vor und zwingen den Menschen in den von ihr kontrollierten Gebieten des Iraks und Syriens ein radikal-islamisches Regime auf.

Insgesamt soll die kurdische Peschmerga-Armee mehr als 600 Tonnen Waffen und Ausrüstung aus Bundeswehr-Beständen erhalten. Die USA bombardieren bereits seit einigen Wochen IS-Stellungen im Irak und greifen die Extremisten seit Dienstag auch jenseits der Grenze

im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien an

. Unterstützt werden sie dabei von mehreren arabischen Staaten.

ab/pg (dpa, reuters)