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Aktuell Asien

Verteidigungsminister in Kabul wirft hin

Drei Tage nach einem Misstrauensvotum des Parlaments ist der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak zurückgetreten. Bei Angriffen und Anschlägen der Taliban gab es wieder viele Tote.

Er respektiere die Entscheidung der Abgeordneten und ziehe die Konsequenzen aus ihrem Votum, sagte Wardak in Kabul. Das afghanische Parlament hatte am Samstag neben Wardak auch Innenminister Bismillah Mohammadi das Misstrauen ausgesprochen, weil beide Ressortchefs nicht genug gegen die Angriffe im Grenzgebiet zu Pakistan unternommen hätten. Zuletzt waren immer wieder Dörfer in Ostafghanistan von pakistanischer Seite aus beschossen wurden.

Nachfolger noch nicht bekannt

Staatspräsident Hamid Karsai hatte die Entscheidung der Abgeordneten akzeptiert, die Minister jedoch gebeten, bis zur Bestimmung von Nachfolgern in ihren Ämtern zu bleiben. Auf dem Höhepunkt der Sommerkämpfe gegen die aufständischen Taliban dürfte die Demission Wardaks für Karsai zur Unzeit kommen. Wer die Nachfolge des Vier-Sterne-Generals antreten wird, ist nach Agenturberichten aus Kabul noch offen.

Wardaks Abgang könnte auch die Pläne der Nato erschweren, die Sicherheitsverantwortung bis Ende 2014 vollständig an afghanische Kräfte zu übertragen. Westliche Diplomaten halten dem langjährigen Minister zugute, dass er die afghanische Armee zu einer zunehmend schlagkräftigeren Truppe geformt hat.

Mindestens elf Tote bei Anschlägen

Bei neuen Anschlägen wurden in Afghanistan mindestens acht Zivilisten und drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF getötet. Die Afghanen starben in der Nähe von Kabul, als neben ihren Kleinbus ein ferngezündeter Sprengsatz explodierte. Sieben weitere Insassen seien verletzt, teilte die Polizei mit. Der mutmaßliche Bombenleger sei von Sicherheitskräften festgenommen worden.

Der bei dem Anschlag zerstörte Kleinbus wird von der Polizei abtransportiert (Foto: Reuters)

Der bei dem Anschlag zerstörte Kleinbus wird von der Polizei abtransportiert

Bei einem Gefecht mit Kämpfern der radikal-islamischen Taliban in der Ostprovinz Kapisa wurde ein französischer Gebirgsjäger getötet. Zudem seien zwei Soldaten verletzt, heißt es in Paris. Nach Angaben aus französischen Militärkreisen wurden bei dem Gefecht auch zehn Taliban getötet. Bei weiteren Zwischenfällen im Süden des Landes kamen nach ISAF-Angaben zwei Nato-Soldaten ums Leben. Bei einem Anschlag auf ein Nato-Militärlager südlich von Kabul wurden mindestens 20 Menschen verletzt, unter ihnen drei Nato-Soldaten. Vor dem Lager der internationalen Afghanistan-Truppe ISAF in der Provinz Logar war ein in einem Lkw versteckter Sprengsatz explodiert.

Mehr als 270 getötete NATO-Soldaten in 2012

Der Gebirgsjäger ist der 88. französische Soldat der in Afghanistan getötet wurde. Bei der Bundeswehr kamen bislang 52 Einsatzkräfte um Leben, 34 davon starben bei Gefechten oder Anschlägen. Nach Zählungen des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org wurden seit Jahresbeginn mehr als 270 Nato-Soldaten am Hindukusch getötet. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes Ende 2001 starben insgesamt über 3100 ausländische Soldaten.

wl/rb (dpa, afp, dapd, rtr)

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