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Aktuell Amerika

Versuch der Annäherung in Venezuela

Man traf sich im Regierungspalast Miraflores. Erstmals seit den schweren Ausschreitungen der jüngsten Zeit haben sich in Venezuela Regierung und Opposition an einen Tisch gesetzt. Doch nach Einigung sieht es nicht aus.

Dabei geht es bei den Gesprächen um eine friedliche Beilegung des Konflikts. Präsident Nicolás Maduro (Artikelbild) empfing am Donnerstagabend Vertreter der Opposition im Präsidentenpalast. Begleitet wurde das Treffen von Vertretern der südamerikanischen Staatengemeinschaft Unasur und des Vatikans. Der Gastgeber aber zeigte sich schon zu Beginn wenig optimistisch. "Hier gibt es keine Verhandlungen und keine Abkommen", erklärte der Staatschef. "Was wir suchen, ist ein Modell der gegenseitigen Toleranz."

Eine Verschwörung?

Das südamerikanische Land wird seit Mitte Februar von heftigen Auseinandersetzungen erschüttert. Bei Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern, Oppositionellen und Sicherheitskräften sind bislang rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Der Protest der Opposition richtet sich gegen die unzureichende Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs, die hohe Kriminalität und den autoritären Regierungsstil von Präsident Maduro. Der Staatschef wittert hingegen eine Verschwörung und wirft den Demonstranten vor, mit Unterstützung des Auslands seine Regierung stürzen zu wollen.

Die radikalen Regierungsgegner boykottierten das Treffen. "Die Diktatur sollte nicht glauben, dass das Volk ihr noch glaubt", hieß es auf dem Twitter-Kanal des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López. "Venezuela erwacht. Und es wird nicht ruhen, bis es Demokratie erlangt." Unterdessen lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte in der Stadt Valencia erneut heftige Straßenschlachten. Vermummte kaperten mehrere Fahrzeuge, stellten sie quer zur Straße und steckten sie in Brand, wie die Zeitung "El Universal" berichtete. Die Sicherheitskräfte feuerten daraufhin mit Tränengas und Schrotmunition in die Menge.

ml/gmf (dpa, EPD)