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Wirtschaft

Versorgung mit Strom und Gas angeblich sicher

Engpässe im Energiesektor: Acht Atomkraftwerke wurden stillgelegt und der russische Versorger Gazprom schränkte seine Gas-Lieferungen ein - gehen in Deutschland deswegen bald die Lichter aus?

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Es war ein kaum überhörbares Rauschen im deutschen Blätterwald: Zunächst war lediglich von eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland die Rede. Je tiefer die Temperaturen aber auch hierzulande – wie im Rest Europas – fielen, desto furchterregender wurden die Zeitungsartikel über einen möglichen Energiekollaps.

Doch keine Angst – wir haben noch genügend Strom und Gas in Deutschland, sagt Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur im Gespräch mit der DW, "auch wenn es im Strombereich derzeit ein bisschen knapp ist."

Gaskraftwerke liefern Strom

Strom- und Gasversorgung sind miteinander verzahnt. Denn Kraftwerke, die Strom liefern, werden in Deutschland neben Stein- und Braunkohle, Kernenergie und erneuerbaren Energien auch mit Gas betrieben. "Die Gasversorgung hat zwar Einfluss - aber keinen beherrschenden Einfluss auf die Stromversorgung", betont Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, im Interview mit der DW.

Bei der Gasversorgung kam es allerdings zu einigen Einschränkungen in Süddeutschland. In wenigen lokalen Einzelfällen seien Kunden nicht mit den vollen vertraglich vereinbarten Mengen beliefert worden, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. Einen Bericht, wonach ein Krisenstab einberufen worden sei, wies sie allerdings zurück. Die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtete, das Ministerium lasse sich derzeit täglich von den Betreibern großer Strom- und Gasnetze und der Bundesnetzagentur über die Wahrscheinlichkeit von Blackouts und Engpässen unterrichten.   

Keine Gefahr einer Katastrophe

"Eine Katastrophe hat mit Sicherheit nicht bevor gestanden", sagte Matthias Kurt von der Bundesnetzagentur. Seine Behörde stünde mit den Betreibern von Gaskraftwerken in ständigem Dialog. Bei Problemen hätte man immer wieder Lösungen gefunden. Fast schon ironisch fügte Kurth im Interview mit der DW hinzu: "Wir sind auf längere Kälteperioden vorbereitet – auch wenn es längere Lieferengpässe gibt." In diesem Zusammenhang erinnerte er an die "Ukraine-Krise" vor mehreren Jahren, bei der es sogar Lieferunterbrechungen gegeben hätte: "Wir haben sehr große Gasreserven in Deutschland", so Kurth.

Nach Medienberichten liefert Russland seit vergangener Woche deutlich weniger Erdgas am wichtigsten deutschen Pipeline-Anschluss im bayerischen Waidhaus. Netzbetreiber beklagten demnach Liefermengen, die zwischen 25 und 30 Prozent unter dem üblichen Niveau lägen. Weil wegen der Kältewelle die Nachfrage nach dem Brennstoff besonders groß sei, sei es in Süddeutschland des Öfteren zu Lieferausfällen gekommen. In einigen Gemeinden Baden-Württembergs seien die Bewohner von örtlichen Versorgern aufgefordert worden, trotz der Kälte ihre Heizungen zu drosseln.         

Ausbau der Pipelines

Die Pipelinesysteme, die die großen Gaslagerstätten in Norddeutschland mit den südlichen Bundesländern verbinden, seien nicht genügend ausgebaut. "Das ist das Problem", sagt Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur. "Die Erdgasspeicher sind derzeit voll." Sie würden planmäßig immer im Sommer aufgefüllt, denn dann sei das Gas billiger. Kohler zieht daraus den Schluss: "Es ist mehr ein regionales Problem als ein Mengenproblem."

Und Matthias Kurth von der Bundesnetzagentur warnt vor Begriffen wie Blackout und vor Panikmache. "Umgekehrt ist die Lage angespannt", so Kurth zur DW. Das könne aber niemanden überraschen, denn auf mögliche Probleme hätte er schon im vergangenen Jahr bei der Energiewende hingewiesen, als acht Kernkraftwerke stillgelegt wurden. Die Lage werde noch für viele Jahre angespannt bleiben, so Kurth, "bis wir die Kernkraftwerke durch andere Kraftwerke ersetzen und bis wir einen entsprechenden Netzausbau haben." Man müsse zwischen "Panikmache und dem Beschreiben der Situation" unterscheiden. "Und die bleibt ernst – für viele Jahre."

Autor: Klaus Ulrich
Redaktion: Monika Lohmüller

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