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Aktuell Welt

Versinkt Syrien in Gewalt?

Verliert die internationale Gemeinschaft die Geduld mit dem Regime in Syrien? Die Vereinten Nationen jedenfalls verlieren die Situation in dem Land nicht mehr aus den Augen. Und die Schreckensmeldungen nehmen kein Ende.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich "tief besorgt über die gefährliche Zunahme der Gewalt in ganz Syrien" und die Gefahr für die Zivilbevölkerung in den umkämpften Gebieten geäußert. "Das Blutvergießen und die Kämpfe müssen sofort aufhören", forderte Ban nach Angaben seines Sprechers in New York. Allein am Montag kamen syrischen Aktivisten zufolge landesweit mehr als 100 Menschen ums Leben. Die meisten Todesopfer habe es in der zentralen Provinz Homs, den Städten Al-Haffa und Latakia sowie in Deir as-Saur im Osten des Landes gegeben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto: dapd)

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

Insgesamt habe die Gewalt mit der wechselnden Taktik der Konfliktparteien zugenommen, heißt es in der in New York verbreiteten Erklärung des UN-Generalsekretärs. Die Militäroperationen der Regierung führten zu erheblichen zivilen Opfern und Menschenrechtsverletzungen.

Kindesmissbrauch

Unterdessen berichtete die britische BBC unter Berufung auf einen Bericht der Vereinten Nationen, in Syrien habe die Armee Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht. Die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, sagte, ihr Team sei mit schrecklichen Schilderungen über gefolterte und massakrierte Kinder aus Syrien zurückgekehrt. So hätten Kinder erzählt, dass sie sich auf Panzer hätten setzen müssen, damit diese nicht von Aufständischen angegriffen würden.

Zugleich erhob sie Vorwürfe gegen die oppositionelle Freie Syrische Armee, die ebenfalls Kinder in Gefahr bringe. "Zum ersten Mal hörten wir auch, dass Kinder von der Freien Syrischen Armee rekrutiert werden, vor allem für medizinische und Hilfsarbeiten, aber immer noch an der Front", sagte Coomaraswamy.

Zugang für die Beobachter gefordert

Angesichts der Berichte über einen Aufmarsch von Regierungstruppen um Al-Haffa forderte Ban ungehinderten Zugang für die UN-Beobachter zu der Stadt. Allerdings beobachte man auch koordinierte Angriffe der Rebellen auf Regierungstruppen und zivile Einrichtungen.

Zuvor hatte der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan seine "ernste Sorge" über den Einsatz schwerer Waffen bei Angriffen der Regierungstruppen auf Rebellenhochburgen geäußert, ebenso über Berichte von zwischen den Fronten eingeschlossenen Zivilisten. Annan, der für die Vereinten Nationen und die Arabische Liga in dem Konflikt vermittelt, rief alle beteiligten Seiten auf, Zivilisten zu schonen und für ihre Sicherheit zu sorgen.

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Diskussion über Intervention in Syrien

Die bewaffnete Opposition in Syrien setzt inzwischen verstärkt auf eine militärische Lösung des Konflikts. Auch mehren sich die Hinweise darauf, dass die Bewaffnung der Assad-Gegner jetzt deutlich besser ist als noch vor etwa zwei Monaten. Ein Internet-Portal der Aufständischen schrieb unter Berufung auf eine Brigade der Freien Syrischen Armee, in der Provinz Homs hätten Deserteure am Montag mehrere gepanzerte Fahrzeuge der Truppen von Präsident Baschar al-Assad zerstört. Außerdem hätten sich in einem Stützpunkt der Luftwaffe zahlreiche Soldaten und Offiziere den Deserteuren angeschlossen.

ml/hp (dpa, dapd, rtr)

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