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Aktuell Amerika

Versenktes deutsches U-Boot vor US-Küste geortet

Fast 70 Jahre lag das U-Boot der Kriegsmarine auf dem Boden des Meeres vor der nordamerikanischen Küste. 44 deutsche Seeleute sollen damals ertrunken sein. Nun spürte eine private Gruppe das U-550 per Sonar auf.

Ein Jahr vor Ende des 2. Weltkriegs waren deutsche U-Boote vor der Küste der USA und Kanadas noch hochaktiv, um die militärischen und wirtschaftlichen Versorgungsrouten zu torpedieren. Das jetzt entdeckte Boot war im April 1944 von amerikanischen U-Boot-Jägern gestellt worden. Das U-550 hatte am Schluss eines geschützten Konvois ein Tankschiff der Alliierten angegriffen, das Treibstoff nach Großbritannien bringen sollte. Es war anschließend selbst unter Beschuss geraten und versenkt worden. 44 Deutsche und 25 Besatzungsmitglieder des Tankers kamen dabei ums Leben.

Sonaraufnahme des vor Massachussets entdeckten U-Boot-Wracks (Foto:AP)

Sonaraufnahme des vor Massachussets entdeckten U-Boot-Wracks

Der Fundort wurde von einem privaten Unternehmen gemeldet. Das U-Boot liege vor der Küste von Massachussets in einer großen Tiefe, mehr als 100 Kilometer südlich der Insel Nantucket im Atlantik, berichtete der Leiter der Tauchmannschaft, Joe Mazraani. Er und sein Team suchten das U-550 bereits seit mehreren Jahren und hatten es schließlich am Montag mithilfe einer Echolot-Suche aufgespürt. Die Taucher fotografierten das Objekt und planten bereits eine Rückkehr an die Fundstelle, sagte Mazraani.

Zufallsfund eines Bergungsteams?

Kurz zuvor hatten Taucher einer Rettungsmannschaft in Kanada berichtet, dass sie bei der Suche nach drei vermissten Männern am Grund des Churchill-Flusses - mehr als 100 Kilometer vom Atlantik entfernt - durch Sonaraufnahmen möglicherweise auf ein deutsches U-Boot gestoßen seien. Der Fundort läge damit überraschend weit vom offenen Meer entfernt. Es gab noch keinen konkreten Beweis für die Entdeckung.

Die deutsche Botschaft in Ottawa schloss die Entdeckung des U-Bootes in einer ersten Reaktion nicht aus. Man wisse, "dass deutsche U-Boote in der Region aktiv waren", sagte der stellvertretende Botschaftsleiter Georg Jürgens. Gleichwohl wäre es "sensationell und ungewöhnlich", wenn ein U-Boot so weit landeinwärts hätte landen können.

SC/se (APE)