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Kultur

Verschollene Nazi-Kunst entdeckt

Bei bundesweiten Razzien haben Kunstfahnder des Landeskriminalamtes Berlin Skulpturen und ein monumentales Relief aus dem Dritten Reich gefunden. Die bronzenen Pferde schmückten einst Hitlers Reichskanzlei.

Am Mittwoch entdeckten Kunstfahnder des Landeskriminalamtes Berlin bei bundesweiten Razzien unter anderem die mehrere Tonnen schweren Bronze-Skulpturen "Schreitende Pferde". Geschaffen hat sie der Bildhauer Josef Thorak im Jahr 1939. Er zählte zu Hitlers Lieblingskünstlern. Die Bronzen standen vor dem Eingang der Neuen Reichskanzlei Adolf Hitlers und galten seit 1989 als verschollen. Dennoch seien sie in den vergangenen Jahren, laut Zeit Online, für einen Millionenbetrag auf dem Schwarzmarkt angeboten worden.

NS-Kunst verschollen seit 1989

Außerdem stießen die Fahnder auf ein fünf mal zehn Meter großes Granit-Relief von Arno Breker, eines weiteren NS-Künstlers, der in der Gunst Hitlers stand. Dargestellt ist ein halbnackter muskulöser Kämpfer mit Schwert. Der Triumphbogen sei für die geplante Welthauptstadt Germania entworfen worden und galt ebenfalls als verschollen, berichtet Spiegel Online. Desweiteren seien zwei Frauenskulpturen des Bildhauers Fritz Klitsch gefunden worden. Die beiden Skulpturen "Galathea" und "Olympia" standen während der NS-Zeit im Garten der Reichskanzlei. Nach Kriegsende befanden sich die Kunstwerke auf einem Kasernengelände in Eberswalde - bis sie 1989 verschwanden.

Acht Personen der Hehlerei verdächtigt

Die NS-Kunst sei in einer Lagerhalle gefunden worden, teilte ein Sprecher des Berliner Landeskriminalamtes mit. Bundesweit seien zehn Razzien in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland Pfalz, Schleswig-Holstein und Berlin durchgeführt worden. Durchsucht wurden Wohnungen und Häuser von acht Personen im Alter zwischen 64 und 79 Jahren, die der Hehlerei verdächtigt werden. Laut Polizeiangaben sollen sie die NS-Kunst gestohlen und über einen Verkauf verhandelt haben.

Die beschlagnahmten Kunstwerke sollen zunächst auf einem Polizeigelände gelagert werden. Was anschließend mit den Objekten geschehen soll, ist derzeit noch offen. Darüber wird der Bund als Eigentümer entscheiden müssen.

rey/so (dpa, AFP, Zeit Online, Spiegel Online)