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Kultur

"Verschlossene Auster" für Aldi

Der Lebensmittel-Discounter Aldi ist wegen seiner restriktiven Informationspolitik mit dem Negativ-Preis "Verschlossene Auster" ausgezeichnet worden. Der Konzern schotte Journalisten grundsätzlich von allen Informationen ab und drohe bei negativer Berichterstattung sofort mit juristischen Schritten gegen die Autoren, erklärte die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche am Samstag (24. Mai 2003) in Hamburg. "Damit steht Aldi nicht alleine, sondern stellvertretend für viele Industrieunternehmen, die, statt Journalisten sachliche Auskünfte zu geben, sie lediglich mit PR-Botschaften einnebeln wollen", erklärte der Vorsitzende des Netzwerks, der SWR-Chefreporter Thomas Leif.

Der Preis wurde am Samstag stellvertretend an den Buchautor und Ex-Aldi-Manager Dieter Brandes verliehen. Das Unternehmen selbst schickte keinen Vertreter, sondern hatte sich lediglich in einem "diplomatischen Brief" für die Auszeichnung bedankt und den Journalisten für die Veranstaltung viel Erfolg gewünscht, wie Leif mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte Netzwerk Recherche den Preis erstmals vergeben. Empfänger war Bundesinnenminister Otto Schily, der mit sehr zurückhaltender Informationspolitik aufgefallen war. Der SPD-Politiker war damals persönlich zur Preisverleihung erschienen.