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Aktuell Afrika

Verschleppte tunesische Konsulatsmitarbeiter frei

In Tripolis haben unbekannte Geiselnehmer verschleppte tunesische Konsulatsmitarbeiter wieder freigelassen. Über die Gründe für die Freilassung wird in Tunesien spekuliert.

Die vor einer Woche in Libyen entführten Mitarbeiter des tunesischen Konsulats sind wieder in Freiheit. Der tunesische Außenminister Taieb Baccouche empfing einige von ihnen nach ihrer Rückkehr am Flughafen in Tunis (Artikelfoto). Sieben Geiseln befinden sich dem Minister zufolge seit Freitagmorgen in Freiheit, drei weitere bereits seit Mittwoch. Bewaffnete Angreifer waren am Freitag vergangener Woche in das Gebäude des tunesischen Konsulats in der libyschen Hauptstadt Tripolis eingedrungen und hatten die zehn Mitarbeiter entführt. Hinter der Tat wird eine Miliz aus dem Umfeld des Islamistenbündnisses Fadschr Libya vermutet, das die Hauptstadt kontrolliert.

Die Freilassung der Geiseln erfolgte nur einen Tag, nachdem Tunesien der Auslieferung des Islamistenführers Walid Kalib an sein Heimatland Libyen zugestimmt hatte. Berichte, wonach die Befreiung der Geiseln im Zusammenhang mit der Überstellung des Milizenchefs nach Tripolis stehe, wies die Regierung in Tunis zurück. "Es gab keinen Austausch", erklärte Außenminister Baccouche. Der Fall Kalib sei Sache der Justiz.

Milizenführer Kalib unter Terrorverdacht

Ein libyscher Polizeiwagen steht nach der Gesielnahme vor dem tunesischen Konsulat in Tripolis. (Foto: EPA)

Unbekannte Bewaffnete hatten vor einer Woche das Konsultat gestürmt.

Der Milizenführer war im Mai in Tunesien wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Seine Anhänger verschleppten daraufhin in Tripolis 245 Tunesier, um eine Freilassung Kalibs zu erreichen. Diese Gruppe wurde später aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi vor vier Jahren versinkt Libyen in Chaos und Gewalt. Die international anerkannte Regierung ist nach Tobruk im Osten des Landes geflüchtet. Fadschr Libya setzte in Tripolis eine Parallelregierung unter Führung des islamistischen Politikers Omar al-Hassi ein.

ago/stu (afp/dpa)

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