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Musik

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei den Bayreuther Festspielen sorgen für Unmut

Rund um Richard Wagners Festspielhaus wurden weiträumige Absperrungen gezogen - aus Angst vor Terrorangriffen. Künstlern und Bühnenpersonal zufolge zerstören die erhöhten Kontrollen das besondere Ambiente des Festivals.

Mit der gewohnt entspannten Atmosphäre im Bayreuther Festspielhaus scheint es erst einmal vorbei zu sein. Solisten und Produktionsteams müssen während der derzeitigen Probezeit umfangreiche Ausweiskontrollen über sich ergehen lassen.

Regisseur Uwe Eric Laufenberg wies auf frustrierte Künstler hin: "Die Sänger beschweren sich alle, dass sie ständig Ausweise vorzeigen und Formulare ausfüllen müssen." Gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte er weiter: "Dass alles, alles, alles kompliziert und bürokratisch wird, das gefällt hier keinem." Laufenberg führt Regie bei der Neuinszenierung des "Parsifal", der unter der musikalischen Leitung von Andris Nelsons die Bayreuther Festspiele am 25. Juli eröffnen wird.

"Es ist klar, dass die Sicherheitslage eine andere ist, als im vergangenen Jahr - überall", sagte Peter Emmerich, Pressesprecher der Bayreuther Festspiele. "Das gilt für Kulturveranstaltungen genau wie für Sportereignisse."

"Angesichts der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen" müssen sich Journalisten, die vom roten Teppich zur Eröffnung der Festspiele berichten wollen, außerdem erstmalig bei den Festspielen vorab anmelden, heißt es weiter in einer Erklärung der Stadt Bayreuth. Die Gesamtkosten für die erhöhten Kontrollen werden in einstelliger Millionenhöhe geschätzt.

Bayreuth - beliebt bei den Künstlern

Laufenberg wies seinerseits auf den besonderen Einsatz der Künstler bei diesen Festspielen hin. "Viele kommen ja extra hierher, weil die das gerne machen, weil sie aber auch ihre Ferien hier verbringen." Das Festival gleiche jedoch zurzeit eher einer Festung, so Laufenberg: "Wenn hier jemand seine Frau mitbringen oder mit seinem Kind hier durchgehen will - das geht ja im Moment gar nicht."

Uwe Eric Laufenberg (Foto: dpa - Bildfunk)

Uwe Eric Laufenberg sieht den besonderen Einsatz der Künstler in Gefahr

Ausweiskontrollen sind seit Jahren Pflicht bei den Bayreuther Festspielen. Daher ist unklar, inwiefern die verschärften Maßnahmen eine Abkehr vom Gewohntem darstellen - oder welche Auswirkungen sie auf die tausende von Besuchern im Verlauf der fünfwöchigen Festspiele haben werden. Umfangreiche Polizeisperren vor dem Festspielhaus am Eröffnungstag wären jedenfalls eine deutliche Abkehr vom bisherigen, weltweit bekannten Bild.

Von Solisten in den Hauptrollen und von Regieteams wird meist erwartet, dass sie über die Probezeit ab Anfang Juni bis zum Abschluss am 28. August hauptsächlich in Bayreuth bleiben. Da die kleine Stadt im bayerischen Frankenland wenig Ablenkungsmöglichkeiten bietet, haben die Festspiele ihre familiäre Atmosphäre als besondere Qualität traditionell hervorgehoben.

Unabhängig davon sagte eine Pressesprecherin der Stadt Bayreuth, dass Bundeskanzlerin und Stammgast Angela Merkel nicht auf der Gästeliste zur Eröffnung der Festspiele stehe. Sie werde aber zu einem späteren Zeitpunkt "als Privatperson" erwartet.

Gerüchte, dass die Neuinszenierung von Wagners Oper "Parsifal" islamkritische Elemente enthalten soll, dementierte Uwe Eric Laufenberg. "Der Islam kommt im 'Parsifal' kurz vor, aber dieses Stück dreht sich nicht um den Islam, es geht ums Christentum."

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