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Asien

Verschärfte Sicherheitslage am Hindukusch

Bei zwei Anschlägen auf Polizeistationen im Süden Afghanistans sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Nach den Attentaten vom Wochenende sprechen Sicherheitskreise von der "verlustreichsten Woche" seit 2001.

Soldaten in Kampfanzug (Bild: AP)

Soldaten untersuchen den Tatort

Bei dem Selbstmordanschlag am Montag (16.03.2009) starben neun Polizisten und zwei Zivilisten, 28 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, unter ihnen ebenfalls viele Polizisten. Der Angreifer habe sich inmitten einer Gruppe von Beamten in die Luft gesprengt, die sich vor der Polizeizentrale in Laschkar Ga aufgehalten hätten, erklärte ein Polizeisprecher am Montag. Laschkar Ga ist die Provinzhauptstadt von Helmand. Offenbar richtete sich der Anschlag gegen eine Anti-Drogen-Einheit.

In der westlichen Nachbarprovinz Farah warf nach Polizeiangaben ein Attentäter im Distrikt Delaram eine Granate auf einen Wachposten einer weiteren Polizeistation und stürmte daraufhin mit dessen Waffe in das Gebäude. Zwei Polizisten eröffneten das Feuer auf den Mann, an seinem Körper befestigter Sprengstoff explodierte. Ein Polizist wurde getötet und zwei Ladenbesitzer verletzt. Zu den Angriffen auf die Polizeistationen in Helmand und Farah bekannten sich die Taliban.

Nach dem Anschlag auf die Polizeizentrale in Laschkar Ga (Bild: AP Photo/Abdul Khaleq)

Mindestens 10 Menschen wurden in Laschkar Ga getötet und 29 verletzt

Die Zahl der Angriffe durch die radikal-islamische Gruppierung hat seit 2008 stark zugenommen. Auch am Wochenende wurde das Land von heftigen Anschlägen erschüttert. Dabei starben mindestes sechs Soldaten. Experten sprechen von der vergangenen Woche als "verlustreichste" für die ausländischen Truppen seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban 2001.

Blutiges Wochenende

Nach Angaben der NATO-geführten Schutztruppe ISAF starben am Sonntag bei einem Bombenanschlag im Osten Afghanistans vier Soldaten. Wie üblich äußerte sich die ISAF nicht zur Nationalität der Getöteten. Vermutlich handelt es sich um US-Soldaten. Bei einem Feuergefecht in der nördlich von Kabul gelegenen Provinz Kapisa kam am Samstag zudem ein französischer Soldat ums Leben. In der Provinz Helmand starb ein britischer Soldat bei einer Bombenexplosion.

(Bild: AP/Anja Niedringhaus)

Bundeswehr-Soldat nahe Fayzabad (Archiv)

Nach Angaben der afghanischen Polizei vom Samstag, töteten US-geführte Truppen in Zentralafghanistan fünf Zivilisten. Es habe sich vermutlich um Bauern gehandelt. Die US-Armee erklärte dagegen, bei einer Militäroperation in der Provinz Logar seien fünf radikal-islamische Extremisten getötet worden. In der Hauptstadt Kabul starben am Sonntag zwei Zivilisten bei einem Selbstmordanschlag.

Weitere Truppen-Aufstockung wird erwartet

Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Sicherheitslage in Afghanistan sich auch in diesem Jahr noch weiter verschärfen wird. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ist davon überzeugt, dass eine Truppen-Aufstockung das Land sicherer machen werde. Beobachter erwarten, dass der Sicherheitsrat das Mandat für die UN-Mission in Afghanistan noch im März verlängern wird.

US-Präsident Barack Obama will zusätzlich 17.000 Soldaten an den Hindukusch senden, um das Land zu stabilisieren. Deutschland hat bereits weitere 600 Soldaten zugesagt. Derzeit stellt die Bundesrepublik mit knapp 3500 Soldaten die drittgrößte Truppe nach den USA und Großbritannien. Nach offiziellen Angaben sind derzeit insgesamt fast 62.000 Soldaten aus 42 Ländern in Afghanistan stationiert.

Am Dienstag wird der neue deutsche Sonderbeauftragte des Auswärtigen Amtes für Afghanistan und Pakistan, Bernd Mützelburg, zu einem ersten Besuch in die Region reisen. Der Besuch dient der Vorbereitung der Afghanistan-Konferenz Ende März in Den Haag. Mützelburg war im Februar von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Sonderbeauftragten ernannt worden. (sas/ms/rtrd/dpa/ap/afpd)

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