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Kultur

Vermisstes indonesisches Flugzeug womöglich ins Meer gestürzt

Indonesische Rettungsmannschaften haben am Mittwoch ihre Suche nach dem seit zwei Tagen vermissten Passagierflugzeug auf die Gewässer westlich der Insel Sulawesi ausgedehnt - bislang jedoch ohne Erfolg.

Ein indonesisches Küstengebiet, aus einem Hubschrauber der Rettungsmannschaften heraus fotografiert (Quelle: AP)

Das vermisste Flugzeug wurde zuletzt über dem Meer geortet

Kurz nach Sonnenaufgang wurden am Mittwoch (3.1.) drei Schiffe der Marine und fünf Flugzeuge der Luftwaffe eingesetzt, um die vermutlich abgestürzte Maschine zu orten, wie der Chef der nationalen Rettungsdienste, Bambang Karnoyudho, mitteilte. Nach seinen Angaben deutete alles darauf hin, dass das Flugzeug mit 102 Insassen an Bord ins Meer gestürzt sei.

Auch ein Sprecher der Flugsicherheit betonte im Radiosender "El Shinta": Es werde insbesondere im Meer, aber auch auf dem Land gesucht. Das letzte Signal, das von einem Satelliten in Singapur empfangen wurde, habe ergeben, dass das Flugzeug sich über dem Meer, 30 Kilometer nordwestlich von Makassar, befunden habe.

Doch auch die neuerliche Suchaktion war nicht von Erfolg gekrönt: Der Einsatz sei von schlechtem Wetter behindert und am Nachmittag (Ortszeit) abgebrochen worden, hieß es. Ein Suchflugzeug der Luftwaffe musste wegen des schlechten Wetters auf der Insel Borneo notlanden. "Wir haben das Flugzeug bisher nicht gefunden", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte in der Stadt Makassar auf Sulawesi.

Angehörige schockiert über Fehlinformationen

Eine Angehörige wartet auf Neuigkeiten und wischt sich die Tränen weg (Quelle: AP)

Die Angehörigen: zwischen Trauer und Wut auf die Behörden

Derweil wächst die Verzweiflung der Angehörigen. Sie sind zugleich wütend auf die örtlichen Behörden, die am Vortag Berichte widerrufen mussten, wonach das Wrack gefunden sei und es Überlebende gebe. "Ich bin schockiert über diese falschen Erklärungen. Ich möchte jetzt Gewissheit über das vermisste Flugzeug", klagte ein Angehöriger im Rundfunk.

Trotz Protesten von Angehörigen bleiben die Fehlinformationen eines Offiziers zu angeblichen Überlebenden des Flugzeugunglücks ungestraft. Der Luftwaffenoffizier habe nur seine Pflicht erfüllt, als er die später als falsch erwiesenen Informationen weitergegeben habe, zitierte die Nachrichtenagentur Antara den Chef des Kommunikationsstabs der Luftwaffe. Die Fehlinformationen beruhten laut Armee auf Angaben eines Dorfbewohners, der das Wrack sowie Tote und Überlebende gesehen habe. Der angebliche Zeuge bestritt später jedoch, dies jemals gesagt zu haben. Der Luftwaffenoffizier hatte die Fehlinformationen an den Rettungsstab weitergegeben. Er entschuldigte sich dafür bei den Angehörigen der Opfer. Weder die Armee noch die Polizei wollen gegen den Offizier vorgehen.

Neue Suchaktion am Donnerstag

Die Flugroute der Unglücksmaschine

Die Flugroute der Unglücksmaschine

Die Familien der Flugpassagiere sind dem britischen Sender BBC zufolge unterdessen in der Stadt Makassar auf Sulawesi eingetroffen. Vertreter der Rettungskräfte würden die Angehörigen am Flughafen regelmäßig über den Verlauf der Suchaktionen unterrichten. Die betroffene indonesische Privatfluglinie Adam Air habe zudem Informationszentren in örtlichen Hotels eingerichtet, hieß es.

Die Suche solle am Donnerstag fortgesetzt und noch weiter auf die Straße von Makassar hinaus ausgeweitet werden, kündigte Abdul Ghani von der nationalen Such- und Rettungsagentur an. Der Kontakt zu der Boeing 737-400 war am Montag bei Regen und Wind auf dem Flug von der Insel Java nach Sulawesi abgebrochen. An Bord waren 96 Passagiere, darunter drei Amerikaner und elf Kinder, sowie sechs Crew-Mitglieder. Der Grund für das Verschwinden der Maschine blieb weiterhin unklar. (ana)

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