1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Verlieren verboten

Am Samstag muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im wahrscheinlich entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Moskau gegen Russland antreten. Dabei ist alles erlaubt, nur eins nicht: verlieren!

Über Russland nach Südafrika (Foto: Logo Fussball WM 2010 Süd Afrika)

Über Russland nach Südafrika

Teammanager Bierhoff gibt sich kämpferisch und zuversichtlich (Foto: AP Photo/Peter Morrison)

Teammanager Bierhoff kämpferisch und zuversichtlich

Das Ziel ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, doch bis dahin hat die deutsche Elf noch zwei Begegnungen in der WM-Qualifikationsgruppe vier vor der Brust: zunächst am Samstag in Moskau gegen Russland und dann am Mittwoch in Hamburg gegen Finnland. Doch die Partie in der russischen Hauptstadt ist das Spiel der Spiele. Alle wussten das von Anfang an. "Es hat sich ja schon seit langem angedeutet, wenn alles normal läuft, dass das ein ganz entscheidendes, wichtiges Spiel ist", betonte dann auch Teammanager Oliver Bierhoff und ergänzte: "Wir haben zwar immer noch das zweite Spiel gegen Finnland und die Russen auch gegen Aserbaidschan, aber wir wollen natürlich alles daran setzen schon am Samstag alles klar zu machen."

Kunstrasen möglicherweise Handicap

Der Kunstrasen im Moskauer Luschniki Stadion könnte entscheidend sein (Foto: EPA/MAXIM SHIPENKOV)

Der Kunstrasen in Luschniki könnte entscheidend sein

Doch leicht wird das nicht. Ein Grund ist, dass die Partie im Luschniki-Stadion auf Kunstrasen ausgetragen wird. Die Russen sind daran gewöhnt. Für die deutsche Mannschaft ist das Terrain doch eher Neuland. Einige Male darauf trainiert zu haben ist nie so wie ein richtiges Spiel. Doch in der eindeutigen Favoritenrolle sieht der deutsche Mannschaftskapitän Michael Ballack den Gegner deswegen nicht: "Ich glaube, dass beide Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau sind. Klar die Russen haben jetzt den Vorteil, dass sie zuhause spielen und auf Kunstrasen hin und wieder mal das ein oder andere Länderspiel hatten. Das ist sicherlich ein kleiner Vorteil." Doch den könne man wettmachen. Das wisse man und versuche man auch, ist sich Ballack sicher. Teammanager Oliver Bierhoff aber mahnt: "Das wird ein schweres Stück Arbeit. Die Russen haben zuhause noch nie verloren und sie haben eine sehr starke Mannschaft." Und die muss erst einmal geschlagen werden.

Sieg bedeutet WM-Ticket

Trainerfuchs Hiddink (r.) zeigt nicht nur Saenko wo es lang geht (Foto: EPA/GEORGI LICOVSKI, dpa)

Trainerfuchs Hiddink zeigt nicht nur Saenko (l.) wo es lang geht

Doch der Blick auf die Ausgangsposition zeigt: alles ist erlaubt, nur eine Niederlage nicht. Im Moment führt Deutschland in der Tabelle mit einem Punkt Vorsprung vor Russland. Gewinnt die deutsche Mannschaft in Moskau, ist sie für Südafrika 2010 qualifiziert. Bei einem Unentschieden behält die deutsche Elf vor der Schlussrunde Rang eins. Russland benötigt seinerseits einen Sieg, um am Team von Bundestrainer Joachim Löw vorbeizuziehen und die Entscheidung über die Spitzenposition auf Mittwoch zu vertagen. Gegen Schlusslicht Aserbaidschan hält jedoch die Elf von Trainer Guus Hiddink alle Trümpfe in der Hand, denn zeitgleich könnte sich der Tabellen-Dritte Finnland für die Deutschen durchaus als Stolperstein erweisen.

Die Statistik spricht indes für die deutsche Elf, denn aus sportlichen Gründen hat die deutsche Nationalmannschaft noch nie eine Weltmeisterschaft verpasst. Seit 1954 ist Deutschland neben Rekord-Weltmeister Brasilien sogar die einzige Nation, die bei allen WM-Turnieren dabei war. Doch nicht immer lief auf dem Weg zur WM für den dreimaligen Welt- und Europameister alles glatt. Vor allem 2001 war es äußerst knapp. Erst in den Play-offs gegen die Ukraine qualifizierte sich die DFB-Auswahl für die WM 2002 in Südkorea und Japan, wo sie schließlich Vize-Weltmeister wurde. Doch darüber, dass jetzt auch der Umweg über die unliebsame K.o.-Runde drohen könnte, macht sich noch keiner Gedanken. Als Gruppenzweiter müsste Deutschland in die Play-off-Spiele am 14. und 18. November.

Aufstellung noch offen

Bundestrainer Löw baut auf seinen Leitwolf Ballack (Foto: AP Photo/Daniel Roland)

Bundestrainer Löw (l.) baut auf seinen Leitwolf Ballack

Unterdessen sucht Joachim Löw weiter nach der passenden Formation, die ähnlich wie beim 2:1-Sieg im Hinspiel in Dortmund vor einem Jahr den Verfolger in Schwierigkeiten bringen kann. "Wir beschäftigen uns damit, welche Spieler prädestiniert sind, die Aufgabe auf Kunstrasen zu bewältigen", sagte der Bundestrainer und fügte selbstbewusst hinzu: "Wir spielen auf Sieg, denn wir wollen uns frühzeitig für die WM qualifizieren." Der Leverkusener Simon Rolfes geht mit der Belastung von einer Verwarnung aus den vorangegangenen WM-Qualifikationsspielen in das Treffen mit Russland. Bei einer weiteren Gelben Karte in Moskau wäre er automatisch für das abschließende Qualifikationsspiel in Hamburg gesperrt. Würde der Bayer-Profi gegen Finnland verwarnt, müsste er beim eventuellen Play-off-Hinspiel zuschauen. Trotz aller Überlegungen strahlte Oliver Bierhoff Zuversicht aus. Der Teammanager hat die Spieler vor der Partie in Moskau genau beobacht und meinte: "Die sind heiß. Die wollen jetzt am Samstag endlich spielen und dort die Qualifikation klar machen."

Übrigens: DW-RADIO übertragt das Spiel in einer Sport-Sonderausgabe von 14:55 bis 17:00 UTC live aus Moskau. In der Halbzeitpause infomieren wir wie gewohnt über das aktuell-politische Weltgeschehen. Schalten Sie ein!

Autor: Calle Kops

Redaktion: Wolfgang van Kann

Audio und Video zum Thema