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Aktuell Deutschland

Verletzte vom Maidan werden in Deutschland behandelt

Die Bundesregierung hilft 40 Ukrainern, die während der gewaltsamen Proteste auf dem Maidan im Zentrum der Hauptstadt Kiew schwer verletzt worden sind. Sie werden in Deutschland medizinisch behandelt.

Noch in dieser Woche sollen 40 Verletzte in einem MedEvac-Airbus der Bundeswehr (Artikelbild) aus Kiew nach Deutschland gebracht werden. In diesem Lazarettflugzeug können auch Schwerverletzte sicher transportiert werden. Das ukrainische Parlament hatte die deutsche Botschaft in Kiew um Hilfe gebeten, weil viele Demonstranten schwere Verletzungen durch Schusswaffen davon getragen haben. Für sie können die ukrainischen Krankenhäuser teilweise keine optimale Behandlung anbieten. Derzeit ist ein Team aus Bundeswehr-Ärzten in Kiew und wählt die Verletzten aus, die in Deutschland behandelt werden sollen. Darunter sind auch Polizisten.

Unbürokratische Hilfe

"Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Deutschland Solidarität mit den Menschen der Ukraine zeigt und den Verwundeten vom Maidan hilft", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erinnerte daran, dass durch die Gewalteskalation auf dem Maidan einhundert Menschen ihr Leben verloren hätten und nahezu eintausend schwer verletzt worden seien. "Was das für die Zukunft der Ukraine bedeutet, wissen wir noch nicht.

Julia Timoschenko (vorn Mitte) mit Ärzten in der Berliner Klinik Charité (Foto: dpa)

Die ukrainische Oppositionsführerin Timoschenko läßt ihr Rückenleiden von Ärzten der Berliner Charité behandeln

Aber den Verletzten wollen wir helfen, wieder ein gutes und möglichst normales Leben führen zu können", so Steinmeier. Die Bundesregierung übernimmt einen Teil der Behandlungskosten, an denen sich auch der ukrainische Geschäftsmann Viktor Pintschuk beteiligt.

Julia Timoschenko bereits in Berlin

In Deutschland werden die Verletzen in verschiedenen Krankenhäusern untergebracht, darunter die renommierte Berliner Klinik Charité. "Es steht Deutschland gut an, in einer humanitär herausfordernden Situation unbürokratisch zu helfen", sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl.

In der Charité wird seit dem Wochenende auch Julia Timoschenko medizinisch versorgt. Die Oppositionspolitikerin, die zweieinhalb Jahre im Gefängnis saß und im Zuge der Proteste freikam, leidet unter chronischen Rückenschmerzen und kann sich nur im Rollstuhl fortbewegen. In der Ukraine hatte die 53-Jährige eine Operation und Injektionen abgelehnt, weil sie den Behörden misstraute. Die Berliner Ärzte zeigten sich zuversichtlich, dass Timoschenko nach der Behandlung wieder laufen können wird.