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Nahost

Verletzte bei Unruhen am Tempelberg in Jerusalem

Bei erneuten Unruhen am Jerusalemer Tempelberg sind mehr als 20 Palästinenser verletzt worden. Vor den Freitagsgebeten sind die Sicherheitskräfte in erhöhter Alarmbereitschaft.

Mindestens 22 Palästinenser wurden bei Auseinandersetzungen mit israelischen Sicherheitskräften verletzt, zwei von ihnen durch Gummigeschosse schwer, wie der palästinensische Rote Halbmond mitteilte.

Eine israelische Polizeisprecherin teilte mit, Dutzende Muslime hätten in der Altstadt Steine und Glasflaschen auf Polizisten geworfen. Israel hat seine Sicherheitskräfte aus Furcht vor einer neuen Eskalation der Gewalt am Freitag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Palästinensische Vertreter haben Muslime dazu aufgerufen, am Freitag zum Gebet auf den Tempelberg zu kommen. Für gewöhnlich kommen zu den Freitagsgebeten an der Al-Aksa-Moschee mehrere Tausend Menschen aus den Palästinensergebieten.

Kontrollen nach Attentat

Hintergrund der angespannten Lage sind verschärfte Sicherheitskontrollen für Muslime am Tempelberg. Die Kontrollen mit Metalldetektoren, die von den Palästinensern abgelehnt werden, hatte Israel am Sonntag nach einem blutigen Attentat eingeführt. Drei israelische Araber hatten am vergangenen Freitag zwei Polizisten an einem Zugangstor zum Tempelberg durch Schüsse tödlich verletzt. Anschließend wurden sie selbst erschossen.

Der israelische Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, sagte dem Armeeradio, Regierungschef Benjamin Netanjahu müsse über die Maßnahmen am Tempelberg entscheiden. Er hoffe aber, dass die dort installierten Metalldetektoren über das Wochenende blieben, sagte Erdan.

Der Tempelberg ist das drittwichtigste Heiligtum des Islams nach Mekka und Medina. An ihm befindet sich auch die jüdische Klagemauer, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

Versuchter Messerangriff auf Soldaten 

Im besetzten Westjordanland gab es erneut einen versuchten Messerangriff auf israelische Soldaten. Der Angreifer sei an einem Kontrollpunkt in Tekoa südlich von Bethlehem mit einem Messer auf die Soldaten losgegangen, erklärte die israelische Armee. Sie wurden nicht verletzt. Sicherheitskräfte erschossen den Angreifer. Zu dessen Identität lagen zunächst keine Angaben vor.

Seit Oktober 2015 wurden bei einer Gewaltserie in Israel und den Palästinensergebieten mehr als 280 Palästinenser, 44 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten.

cr/mak (dpa, afp)