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Aktuell Nahost

Verletzte bei Anschlägen auf sunnitische Moscheen im Irak

Im Irak sind mindestens zwei sunnitische Moscheen angegriffen und teilweise zerstört worden. Die Anschläge wecken Befürchtungen vor einem Übergreifen der Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran auf den Irak.

Ein Polizist inspiziert die Zerstörungen in der Moschee in Hilla (Foto: AFP/Getty Images)

Ein Polizist inspiziert die Zerstörungen in der Moschee in Hilla

Nach Angaben der irakischen Polizei explodierte im Morgengrauen in der Stadt Hilla südlich von Bagdad eine Bombe in der sunnitischen Moschee "Ammar ben Jasser". Augenzeugen hätten eine Gruppe uniformierter Männer gesehen, die den Angriff ausführten, sagte ein Polizeisprecher. Demnach wurden durch die Explosion auch zehn umliegende Häuser beschädigt.

Mindestens drei Verletzte

In einem Dorf nahe Hilla explodierte zudem bei einem ähnlichen Angriff eine Bombe in der Moschee "Al-Fateh". Ärzten zufolge wurden insgesamt mindestens drei Menschen verletzt.

DW-Karte Irak mit Hilla

DW-Karte Irak mit Hilla

In Iskandarija, ebenfalls südlich von Bagdad, wurde außerdem nach Angaben der Polizei der Muezzin einer sunnitischen Moschee in der Nähe seines Hauses in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Iskandarija liegt in einer Region, in der sowohl viele Schiiten als auch Sunniten leben. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand.

Regierung warnt vor religiöser Gewalt

Ob es einen Zusammenhang zwischen den Anschlägen und dem wieder eskalierten Konflikt zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitisch beherrschten Saudi-Arabien gibt, ist noch nicht klar. Das Innenministerium in Bagdad gab keine Details zu den beiden Anschlägen bekannt, warnte die Bevölkerung aber vor einem Rückfall in religiöse Gewalt.

Nach dem Sturz des Regimes von Diktator Saddam Hussein durch die US-Militärinvasion 2003 ist der Irak über viele Jahre hinweg von Gewalt zwischen der schiitischen Mehrheit und der sunnitischen Minderheit erschüttert worden.

Explosive Lage nach Hinrichtungen

Die neuen Spannungen zwischen den beiden Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien waren durch die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien ausgelöst worden. Nimr war ein bekannter Kritiker des ultrakonservativen, sunnitischen Königshauses in Riad. Mit dem Prediger waren am Samstag 46 weitere Menschen wegen Terrorvorwürfen hingerichtet worden. Der Führer einer schiitischen Miliz im Irak hatte nach den Exekutionen erklärt, das Verbrechen an Nimr habe "das Tor zur Hölle" geöffnet.

wl/se (afp, rtr)