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Nahost

Verlängerte Waffenruhe in Aleppo sorgt für etwas Normalität

Bisher wird die Waffenruhe in Aleppo eingehalten. Nachdem sie in der Nacht zum Samstag von zwei auf fünf Tage verlängert wurde, kehren einige Menschen nach Aleppo zurück. Auch Schulen öffnen erstmals nach zwei Wochen.

In Aleppo herrsche eine angespannte Ruhe, berichten Aktivisten der Deutschen Presseagentur. "Bisher haben wir noch keine Flugzeuggeräusche gehört. Aber die Menschen bewegen sich vorsichtig, weil sie neue Bombardements befürchten", sagte Mahmoud al-Shami. Er befindet sich in dem von Rebellen gehaltenen östlichen Teil der Stadt.

In der Nacht zum Samstag hatte Russland bekannt gegeben, dass die

zweitägige Feuerpause in Aleppo bis Dienstag

verlängert wird. Die USA haben die Angaben inzwischen bestätigt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass die Waffenruhe bisher eingehalten wurde.

In Aleppo gab es ein "Blutbad"

In den zwei Wochen vor der Feuerpause waren bei Kämpfen in Aleppo rund 300 Zivilisten gestorben. Beobachter berichten, dass die Angriffe sowohl von syrischen Regime-Kräften als auch von Rebellen ausgegangen sind. "Wir sind geflohen, weil es ein Blutbad war", sagte Abu Mohammed aus dem von Rebellen kontrollierten Teil. "Die Luftangriffe waren unglaublich." Nachdem Verwandte ihm erzählt hätten, dass es jetzt ruhig sei, habe er sich der Vater von sechs Kindern entschlossen, zurückzukehren.

Ein Reporter der französischen Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass am Samstag Schulen wieder geöffnet haben, nachdem sie zwei Wochen lang geschlossen waren. "Fast alle Schüler sind zurückgekommen, außer diejenigen, die geflohen sind", sagte ein Grundschullehrer.

Inzwischen berichtete die Iranische Revolutionsgarde, dass einige iranische Soldaten nahe Aleppo getötet worden seien. Offenbar handelt es sich um die größten Verluste Irans, seitdem die Garde den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad unterstützt. Die Nachrichtenagentur Fars zitiert Offizielle der Iranischen Revolutionsgarde, dass 13 Iraner getötet und 21 verletzt worden seien.

"Weitere fünf Jahre Krieg können wir uns nicht leisten"

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (Foto: DPA)

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier

Unterdessen bezeichnete Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die

Angriffe auf ein syrisches Flüchtlingslager Anfang der Woche

als Rückschlag für den Friedensprozess. Der Neuen Osnabrücker Zeitung, sagte er, es sei keine Option aufzugeben und wegzusehen. "Es gibt keine militärische Lösung, nur politische Verhandlungen können Syrien wieder Frieden bringen", so Steinmeier. Der Außenminister betont, immerhin gebe es einen von allen Seiten akzeptierten Rahmen, in dem alle entscheidenden Akteure – die USA, Russland, aber auch die Türkei, Iran und Saudi-Arabien – miteinander sprächen. "Darauf können wir aufbauen. Weitere fünf Jahre Krieg, Flucht und Zerstörung in Syrien können wir uns nicht leisten", sagte Steinmeier.

Die internationale Gemeinschaft hofft, dass die Waffenruhe den zuletzt stagnierenden Friedensgesprächen neuen Aufschwung verschafft. In dem bisher fünf Jahre andauernden Krieg starben bisher mehr als 270.000 Menschen und Millionen sind geflohen.

ust/wl (afp, dpa, epd)

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