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Wirtschaft

Verkaufsstopp von VW in Südkorea

VW droht in Südkorea im Zuge des Abgasskandals ein Verkaufsstopp durch die Behörden für Dutzende von Modellen. Um den Schaden zu begrenzen, macht VW es freiwillig.

Vor dem Hintergrund der Ermittlungen zum Abgasskandal setzt Volkswagen den Verkauf von 79 seiner Modelle in Südkorea aus. Damit solle der "Verunsicherung unter Händlern und Kunden" entgegengewirkt werden, teilte ein Konzernsprecher am Freitag mit.

Die Maßnahme, die in einem Schreiben an die örtlichen Händler angekündigt worden sei, werde von Montag an für zunächst unbestimmte Zeit wirksam. Hintergrund des Schrittes ist, dass das Umweltministerium in Seoul die Zertifizierung für Dutzende von VW- und Audi Modellen zurückziehen und ihre Auslieferung stoppen will.

Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Hunderte von Dokumenten über Emissionswerte, Kraftstoffverbrauch und Lärmtests geschönt zu haben, um so die Zulassung von Importautos zu erlangen. Es geht um Wagen wie den VW Golf und Audi-Modelle, die seit 2010 in Südkorea verkauft wurden. Die Dokumente wurden bei Durchsuchungen von Firmenbüros sichergestellt.

Ermittlungen gegen VW

Die Behörden des ostasiatischen Landes hatten in den vergangenen Monaten ihre Ermittlungen gegen VW wegen des Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte deutlich ausgeweitet. Am Montag will das Ministerium eine öffentliche Anhörung durchführen, bevor es eine endgültige Entscheidung über den geplanten Verkaufsstopp treffen will.

Die Staatsanwaltschaft hatte dazu bereits eine Liste mit über 70 VW- und Audi-Modellen vorgelegt, die trotz gefälschter Dokumente zugelassen worden sein sollen. Nach eigenen Abgastests bei mehreren Modellen der Marken VW und Audi hatten die Behörden im vergangenen November eine Rückrufaktion angeordnet.

Südkorea ist der zweitgrößte Markt für Dieselfahrzeuge in Asien. Die Marke Volkswagen hat dort in der ersten Jahreshälfte einen Absatzeinbruch um ein Drittel auf 12.463 Fahrzeuge erlitten.

zdh/wen (dpa, rtr)