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Kultur

Verheerender Brand in einem Nachtclub in Buenos Aires

Bei einem Brandinferno in einem Nachtclub in Buenos Aires sind fast 200 Menschen umgekommen, mehrere hundert wurden verletzt. Das Feuer brach während eines Rockkonzertes aus.

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Verletzte werden im Krankenwagen behandelt


Im völlig überfüllten Tanzlokal "Republica Cromagnon" sollen sich zum Zeitpunkt des Brandes mindestens 1500 Menschen aufgehalten haben. Möglicherweise sind es aber auch sehr viel mehr gewesen. Die Discothek ist vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Diesmal war die in Argentinien populäre Band "Los Callejeros" in dem Club zu Gast.

Purer Leichtsinn

Unter den Todesopfern sind Augenzeugen zufolge zahlreiche Kinder, die mit den Eltern oder älteren Geschwistern zum Rockkonzert gekommen waren. Der Unfall geschah im Juden- und Koreaner-Viertel Once unweit des Zentrums von Buenos Aires. Ursache des Brandes war nach Zeugenaussagen ein Feuerwerkskörper, der einen Teil der Kunststoffverkleidung der Hallendecke entzündete. "Jemand aus der Menge warf eine Leuchtkugel, und sofort waren Flammen da", sagte der 22-jährige Fabian Zamudeo. Brennende Deckenteile seien herabgestürzt, und flüchtende Menschen hätten Lautsprecher und Scheinwerfer umgestoßen. Ein Jugendlicher sagte im Fernsehen, die Halle habe sich rasch mit dichtem Rauch gefüllt. "Wir konnten fast nichts sehen", sagte er.

Sicherheitsmängel im Club

Das Feuer sei von der Feuerwehr zwar relativ schnell gelöscht worden, aber der Rauch, die Dunkelheit und Panik unter den Besuchern hätten für das tödliche Chaos gesorgt. Die Besucher waren in dickem Rauch gefangen, da mehrere Türen verschlossen und nach Angaben der Behörden auch der einzige Notausgang verriegelt war. Innenminister Anibal Fernandez sagte, vier der sechs Türen der Nachtclubs seien abgeschlossen gewesen

Die Besitzer des Tanzlokals "Republica Cromagnon" waren dem Fernsehsender "Cronica TV" in der jüngeren Vergangenheit wegen Sicherheitsmängeln mehrfach von den zuständigen Behörden gewarnt worden. Nachbarn erzählten dem argentinischen Fernsehen, in dem Tanzlokal habe es jüngst zwei Brände gegeben, die aber glimpflich ausgegangen seien.

Panik

Im argentinischen Fernsehen war zu sehen, wie Dutzende Verletzte auf Tragen abtransportiert wurden. Andere wurden vor dem Club medizinisch versorgt. Einsatzkräfte nutzten einen nahe gelegenen Parkplatz zur Lagerung der Leichen. In der Umgebung lagen Schuhe und rauchgeschwärzte Kleidung verstreut. Eltern trafen an dem Nachtclub ein, um ihre Kinder zu suchen. "Die Leute haben gedrängelt und sind übereinander gesprungen, um ins Freie zu gelangen", sagte einer der Besucher, José Maria Godoy, einer Nachrichtenagentur. Dabei seien viele Menschen gestürzt, und die anderen seien dann einfach über sie hinweg gerannt.

Großbrände nichts Neues

In Lateinamerika hat es in der Vergangenheit immer wieder große Feuer-Unglücke gegeben. Im August waren bei einem Brand in einem Supermarkt in Paraguay fast 400 Menschen ums Leben gekommen. Den Ladenbesitzern wurde vorgeworfen, nach dem Ausbruch des Feuers die Türen verriegelt zu haben, um Plünderungen zu verhindern. Zahlreiche Brände sind durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden. Vor drei Jahren starben etwa bei einem Feuer in einer Geschäftszeile in der peruanischen Hauptstadt Lima mehr als 300 Menschen. Der Brand war in einem Geschäft für Feuerwerkskörper ausgebrochen. (arn)