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Nahost

Verheerender Bombenanschlag im Irak

Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeiwache im Irak sind Dutzende Menschen getötet worden. Die Behörden gehen von einem Selbstmordattentat aus.

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Ausgebranntes Autowrack nach dem Attentat


Rund 50 Menschen kamen nach Medienberichten ums Leben, als am Dienstag (10.2.2004) eine Autobombe vor einer Polizeiwache in Iskandarija explodierte. Krankenhausärzte in der 40 Kiliometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt berichteten von mindestens ebenso vielen Verletzten.

Täter vermutlich mit Auto vorgefahren

Die örtlichen Behörden sprachen von einem Selbstmordanschlag. Der Täter habe in seinem Auto die Bombe gezündet, als er an der Polizeiwache vorbeigefahren sei. Auch nach Einschätzung der US-Armee ist der Anschlag von einem Selbstmordattentäter verübt worden. Bei dem Tatfahrzeug handele es sich um einen Toyota-Lieferwagen, der mit großen Mengen Sprengstoff beladen gewesen sei, sagte ein Sprecher der 82. Luftlandedivision der US-Armee in Iskandarija.

Bei den meisten Opfern handelte es sich um Passanten und Zivilisten, die sich um Arbeitsstellen bewerben wollten. Auch einige Polizisten seien getötet worden. Zum Zeitpunkt der Bombenexplosion hatten sich hunderte Menschen vor der Wache versammelt, um Bewerbungen für die Aufnahme in den Polizeidienst auszufüllen.

Keine ausländischen Opfer

Augenzeugen berichteten von einer gewaltigen Explosion, die Passanten zu Boden gerissen habe. US-Militärsprecher Oberstleutnant Dan Williams sagte, unter den Opfern seien keine ausländischen Soldaten. US-Truppen riegelten das Gebiet weiträumig ab.

Zuvor hatten die USA vor neuen Anschlägen auf Iraker gewarnt. US-Beamte erklärten am Montag (9.2.), in einem Brief, der bei einem El-Kaida-Kurier gefunden worden sei, werde die Terrororganisation um Hilfe bei der Entfachung eines Bürgerkriegs gebeten. Bei dem Verfasser des Briefes soll es sich um Abu Musab el Sarkawi handeln, der Kontakte zur El Kaida haben soll. Er brüstete sich damit, bereits 25 Selbstmordanschläge in Irak organisiert zu haben.

Zwei weitere Anschläge

Bei zwei weiteren Anschlägen wurden am Dienstag in Bagdad vier Polizeioffiziere getötet. Unbekannte hätten im Westen und im Osten der Hauptstadt je einen Polizeiwagen beschossen und dabei jeweils zwei hochrangige Beamte tödlich verletzt, berichtete der US-Nachrichtensender CNN.

In der Stadt Ramadi, einem Zentrum der Gewalt im so genannten "sunnitischen Dreieck", sprengte sich am Dienstagmorgen ein Selbstmordattentäter in die Luft. Nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira wurden dabei vier Leibwächter eines pro-amerikanischen Stammesführers verletzt. Dagegen liegt die Stadt Iskandarija nicht im besonders von Anschlägen heimgesuchten "sunnitischen Dreieck" nördlich von Bagdad. Die Stadt ist mehrheitlich von Schiiten bewohnt.

Der neue Anschlag ist der schwerste seit zehn Tagen. Damals waren in der nördlichen Stadt Erbil zwei Selbstmordanschläge auf zwei Parteibüros von Kurdenparteien verübt worden. Dabei starben mehr als 100 Menschen, die zum islamischen Opferfest in die Parteizentralen gekommen waren. (ali)

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