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Bürgerkrieg vor Entscheidung?

Verheerende Luftangriffe auf syrische Rebellen-Provinz Idlib

Szenen von Tod und Zerstörung: Baschar al-Assads Verbündeter Russland hatte eine Offensive auch in den Provinzen Idlib und Homs angekündigt. Auch in Aleppo sind Söldner des Machthabers weiter auf dem Vormarsch.

Syrien Bürgerkrieg Luftangriffe in Idlib (picture-alliance/AA/B. Baioush)

In Kafr Nabl der Provinz Idlib wurde ein Marktplatz bombardiert

Die Zahl der Todesopfer wurde stündlich nach oben korrigiert. Die Bomben regneten auf mehrere Ortschaften der größtenteils von Rebellen beherrschten Provinz Idlib. Nach Angaben von Beobachtern starben mindestens 52 Menschen durch die Serie von Luftangriffen, bei den meisten handele es sich um Zivilisten. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte aus dem Exil mitteilte, wurden die Angriffe vermutlich wieder von russischen Kampfflugzeugen geflogen.

Bei einem Bombardement des Orts Kafr Nabel im Süden der Provinz sei ein Marktplatz getroffen worden. Es gebe zudem sehr viele Verletzte, teils in kritischem Zustand, meldete der oppositionsnahe Informationsdienst aus London.

Syrien Bürgerkrieg Luftangriffe in Idlib (Getty Images/AFP/M. Al-Bakour)

Mit primitiven Mitteln kämpfen Dorfbewohner von Maaret al-Numan gegen die Flammen

Idlib wird derzeit militärisch kontrolliert von einer Rebellenkoalition verschiedener Gruppierungen. Darunter befindet sich auch die frühere Nusra-Front (heute: Dschabhat Fatah al-Scham) mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Vergangenen Monat hatte Syriens Verbündeter Russland eine Offensive in den Provinzen Idlib und Homs angekündigt.

Wenn Aleppo fällt

Zugleich war das Ziel ausgegeben worden, das geteilte Aleppo zu stürmen und mit der völligen Eroberung der Ex-Metropole dem Krieg in Syrien die entscheidende Wende zu geben. Die Rebellen würden dort von mindestens acht Seiten aus angegriffen, berichtete die Beobachtungsstelle am Sonntag. Etwa zwei Drittel des zuvor von den Aufständischen verteidigten Ostteils der Stadt hätten die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Schiiten-Milizen bereits zurückgewonnen. Die Armee geht davon aus, dass die vollständige Einnahme der Stadt nur noch eine Frage weniger Wochen ist.

Syrien Bürgerkrieg Luftangriffe in Idlib (picture-alliance/AA/B. Baioush)

Bild der Verwüstung aus der Provinz Idlib: Häuser und Fahrzeuge in Trümmern

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, geht davon aus, dass sich noch mehr als 100.000 Einwohner im umkämpften Osten der Stadt aufhalten. Die Beobachtungsstelle spricht sogar von 200.000 Menschen. Sowohl Lebensmittel als auch Treibstoff werden dort immer knapper.

Rebellen schließen Kapitulation aus 

Die syrische Armee rief die Rebellen auf, Aleppo rasch zu verlassen, andernfalls drohe ihnen "unvermeidlich der Tod". Ein Sprecher kündigte an, Spezialeinheiten würden die Schlacht in den engen Gassen der historischen Altstadt anführen.    

Ungeachtet der schweren Rückschläge geben sich die Rebellen jedoch ungebrochen und wiesen auch Avancen aus Moskau zurück, aus der belagerten Stadt abzuziehen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte gesagt, Russland sei bereit, mit den USA über einen Abzug der verbliebenen Rebellen in Aleppo zu verhandeln. Ein Rebellensprecher lehnte dies nach Rücksprache mit Kommandeuren aber ab. "Wir können unsere Stadt, unsere Häuser nicht den Söldner-Milizen überlassen, die das Regime in Aleppo mobilisiert hat", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Dies habe man auch den Amerikanern übermittelt.

SC/HF (afp, rtr, dpa, APE) 

 

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