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Aktuell Nahost

Verheerende Anschläge in Damaskus

Zwei Bombenanschläge haben die syrische Hauptstadt Damaskus erschüttert. Mindestens 27 Menschen seien tot und weitere 97 verletzt, berichtet das Staatsfernsehen. Das Assad-Regime beschuldigt Terroristen.

Die eine Bombe sei am Morgen vor einem Gebäude des syrischen Geheimdienstes explodiert, die andere vor einer Einrichtung der Kriminalpolizei. Unter den Toten seien sowohl Polizisten als auch Zivilisten. Die Tatorte wurden von den Sicherheitskräften sofort abgeriegelt.

Anwohner berichteten von sehr schweren Erschütterungen. Die in London ansässige "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" erklärte, die Anschläge hätten Gebäuden der syrischen Sicherheitsdienste gegolten. Die Anschläge ereigneten sich zwei Tage nach dem ersten Jahrestag des Beginns des Aufstands gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Die Regierung in Damaskus machte Terroristen für die Attacken verantwortlich, ohne konkret zu werden.

Ein Anschlag von vielen

In den vergangenen Monaten hat es in den größeren syrischen Städten mehrere derartige Anschläge gegeben. Bei einer Bombenexplosion Anfang Januar in Damaskus wurden 26 Menschen getötet. Im Februar rissen zwei Autobomben in Aleppo 28 Menschen in den Tod, mindestens 235 wurden verletzt. Im März starben bei einem Selbstmordattentat in Daraa zwei Menschen.

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Syrien: Viele Tote bei Bombenanschlägen

Das Regime in Damaskus macht das Terrornetzwerk Al Kaida für die Anschläge verantwortlich. Der Chef der Organisation, Aiman al-Sawahiri, hatte im Februar in einer im Internet veröffentlichten Video-Botschaft seine Unterstützung für den Aufstand in Syrien erklärt. Die syrische Opposition macht dagegen regierungstreue Truppen für die Anschläge verantwortlich.

Annan macht Druck

Unterdessen erklärte der Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, er werde bereits am Wochenende eine neue Mission nach Damaskus entsenden. Die Delegation solle "die Debatte über die schon vorliegenden Vorschläge" fortsetzen, sagte Annan am Freitag in Genf. In einer Videokonferenz hatte er gegenüber dem UN-Sicherheitsrat in New York zuvor erklärt, von Assad habe er bislang nur eine enttäuschende Antwort auf seine Vorschläge erhalten. Nach Angaben der UN wurden seit Beginn der Rebellion gegen Assad mehr als 8000 Menschen getötet.

gmf/nis ( dpa, afp, dapd, rtr)

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