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Wirtschaft

Verhärtete Streikfronten bei der Lufthansa

Ein Ende des Pilotenstreiks bei der Lufthansa ist noch nicht abzusehen. Auch ein neues Angebot der Arbeitgeberseite lehnten die Piloten am Freitagabend ab. Für Sonntag ist allerdings eine Streikpause geplant.

Am kommenden Sonntag (27.11.2016) wollen die Piloten der Lufthansa eine Streikpause einlegen und sich wieder in ihre Cockpits setzen, und zwar "aus Rücksicht auf die Kunden". Das sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Freitagabend der Deutschen Presseagentur. Gleichzeitig teilte er mit, dass die Piloten das erneuerte Angebot der Arbeitgeber ablehnen.

Die Lufthansa hat ihren streikenden Piloten am Nachmittag ein neues Tarifangebot unterbreitet. Es sieht 4,4 Prozent höhere Vergütungen, eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern sowie Neueinstellungen vor. Auch alle anderen Tarifthemen wie die Betriebs- und Übergangsrenten sollen in neuen Verhandlungen gelöst werden, möglicherweise mit Hilfe eines Mediators, wie Personalchefin Bettina Volkens erklärte.

Am Samstag wird nicht geflogen

Am Samstag seien alle Langstreckenflüge vom Ausstand des fliegenden Personals betroffen, erklärte Lufthansa. 137 Flüge würden gestrichen, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen. 30.000 Passagiere müssen demnach umplanen. Wegen des seit Mittwoch laufenden Ausstands werde es auch noch "vereinzelte Streichungen" auf Kurz- und Mittelstrecken geben, erklärte das Unternehmen. Die Gesamtzahl der Flugausfälle seit Streikbeginn belaufe sich auf 2755; mehr als 345.000 Passagiere seien betroffen.

"Nach jetzigem Stand muss man mit weiteren Streiks rechnen, da es mit der Lufthansa derzeit keine Basis für Verhandlungen oder eine Schlichtung gibt", sagte Jörg Handwerg, Vorstand der Pilotenvereinigung Cockpit, am Freitag in Frankfurt. Es gebe kaum Spielraum für eine gütliche Lösung, wenn Lufthansa-Chef Carsten Spohr behaupte, dass der Konzern Pleite gehe, wenn die 5400 Flugzeugführer die geforderten Lohnerhöhungen erhielten. "So kann man keinen Konflikt lösen."

Streik als "Mobilitätsbelastung"

Bislang stehen sich beide Seiten unversöhnlich gegenüber. Schon jetzt zahle die Airline ihren Piloten mehr als bei anderen Fluggesellschaften üblich, argumentiert die Lufthansa. Das Management sei für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wolle den Konzern zukunftsfähig aufstellen, sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister. Auch der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert, hat die Tarifparteien zu einer Schlichtung aufgerufen. Die Streiks seien auf Dauer eine "Mobilitätsbelastung", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. 

Es ist der 14. Ausstand in der seit April 2014 schwelenden Tarifauseinandersetzung zwischen Cockpit und dem Konzern. Die Gewerkschaft fordert für 5400 Lufthansa-Piloten rückwirkend ab 2012 eine Lohnerhöhung von 3,7 Prozent im Jahr. Die Lufthansa bietet 2,5 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Zu neuen Ausständen kann es jederzeit kommen. Sie sollen mindestens 24 Stunden vorher angekündigt werden.

dk/zdh/uh (dpa/rtr)