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Ostmitteleuropa

Verhältnis zwischen Tschechien und dem Vatikan weiterhin ungeregelt

- Regierung drängt jetzt auf Unterzeichnung des Konkordats

Prag, 6.7.2003, CTK, engl.

Die Regierung wird die Abgeordnetenkammer (untere Kammer des Parlaments) zu überzeugen versuchen, den Vertrag zwischen der Tschechischen Republik und dem Vatikan zu verabschieden, sagte heute Vize-Premier Petr Mares der Nachrichtenagentur CTK. Der Vatikan sei enttäuscht darüber, dass das tschechische Parlament den Vertrag im Frühjahr abgelehnt habe und habe die tschechische Regierung gebeten, offiziell zu erläutern, wie die Vertreter Tschechiens in dieser Angelegenheit vorgehen wollen. "Es ist praktisch undenkbar, keine geregelten Beziehungen zum Vatikan zu haben", sagte Mares und fügte hinzu, das Ministerkabinett werde intensive Gespräche mit den Abgeordneten aufnehmen, damit diese das Dokument akzeptieren.

Der Sprecher der tschechischen Katholischen Bischofskonferenz Daniel Herman erklärte am Samstag (5.7.), der Vatikan erwarte von der tschechischen Regierung eine offizielle Note, in der sie darlegen sollte, wie sie die Zukunft des Vertrages zwischen dem Heiligen Stuhl und der Tschechischen Republik sehe. "Der Heilige Stuhl hat seine Verwunderung und sein Bedauern darüber geäußert, dass das tschechische Parlament den Vertrag abgelehnt hat", sagte Herman und zitierte damit den Päpstlichen Nuntius Erwin Josef Ender.

Die Tschechische Republik ist eines der letzten postkommunistischen Länder, die ihre Beziehungen zur katholischen Kirche noch nicht vertraglich geregelt haben. Der Vertrag, der mehrere Jahre lang vorbereitet worden war, wurde vom Päpstlichen Nuntius Ender und Außenminister Cyril Svoboda (Christdemokraten, KDU-CSL) unterzeichnet. Er soll dazu beitragen, das Verhältnis zwischen dem tschechischen Staat und der römisch-katholischen sowie der griechisch-katholischen Kirche zu regeln. Er sollte auch die Bedingungen festlegen für die Aktivitäten der römisch-katholischen Kirche, der größten Kirche in der Tschechischen Republik, in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und soziale Fürsorge, im Gefängnis- und im Militärbereich. Um die Wiederherstellung des Eigentums geht es darin nicht. (TS)

  • Datum 08.07.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3q9N
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