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Aktuell Asien

Vergewaltigungsfall schockt Indien

Vor drei Jahren wurde eine Studentin in Indien von mehreren Männern sexuell missbraucht. Nun haben dieselben Täter ihr altes Opfer erneut heimgesucht. Die Tat könnte eine Drohung gewesen sein.

Protest gegen Gewalt gegen Frauen in Kalkutta (Foto: Pacific Press)

Nach einem Vergewaltigungsfall demonstrieren Frauen in Kalkutta gegen die anhaltenden Übergriffe (Foto: Archivbild)

Laut einem Polizeibericht soll die 21-Jährige bereits am Mittwoch auf dem Rückweg von der Universität im Bundesstaat Haryana, nahe der Hauptstadt Neu-Delhi, von insgesamt fünf Tätern mit dem Auto verschleppt und darin vergewaltigt worden sein. Anschließend warfen sie das bewusstlose Opfer in ein Gebüsch, wo sie später gefunden wurde. Am Montag lag die Studentin immer noch im Krankenhaus. Sie habe aber mittlerweile alle fünf Täter identifiziert, sagte Polizei-Vizechef Pushpa Khatri. "Zwei von ihnen waren bereits an der Gruppenvergewaltigung beteiligt, deren Opfer sie 2013 war."

Nach den Tätern wird nun intensiv gefahndet. Die zwei Männer, die bereits an der Vergewaltigung vor drei Jahren beteiligt gewesen sein sollen, wurden damals gegen Kaution entlassen, nachdem die Familie des Opfers Strafanzeige gestellt hatte. Verurteilt wurde bislang aber niemand. Stattdessen sahen sich die Angehörigen, die zur niedrigsten Kaste gehören, gezwungen, in eine größere Stadt zu ziehen, um Anschuldigungen und Ächtungen der Nachbarn zu entgehen.

Erneute Tat als Drohung?

Sie befürchten nun, dass die erneute Vergewaltigung der 21-Jährigen eine brutale Drohung an sie gewesen sein soll. Offenbar wollten die Täter damit erzwingen, dass die junge Frau ihre Klage wegen des Verbrechens von 2013 zurückzieht. "Die Angeklagten drohen uns ständig und verlangen, dass wir uns außergerichtlich einigen", sagte der Bruder des Opfers der Zeitung "Hindustan Times". "Sie haben uns auch eine hohe Summe geboten, damit wir nachgeben, aber wir haben nicht eingewilligt."

Gewalt gegen Frauen ist in Indien weit verbreitet. Für weltweites Aufsehen sorgte 2012 der Mord an einer Studentin in einem Stadtbus in Neu-Delhi. Der Tod der Frau sorgte in Indien für wochenlange Proteste. Die Regierung verschärfte als Reaktion das Strafmaß bei Vergewaltigung. Dennoch wurden der Polizei allein im Jahr 2014 36.735 Vergewaltigungsfälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen.

djo/cr (afp, epd)