1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Asien

Vergewaltigte Studentin gestorben

Dreizehn Tage lang kämpfte ein junges Vergewaltigungsopfer aus Indien ums Überleben. Nun hat die 23-Jährige den Kampf verloren. Premier Singh spricht sein Beileid aus und Neu Delhi rüstet sich für neue Massenproteste.

Demonstranten mit Kerzen und Plakaten (Foto: rtr)

Vergewaltigungsopfer - Indien / Proteste

Die Mitte Dezember in Neu-Delhi von mehreren Männern vergewaltigte Inderin ist an den Folgen der Tat gestorben. Die Medizinstudentin erlag ihren schweren Verletzungen, teilte das behandelnde Krankenhaus in Singapur mit. Die junge Frau war am 16. Dezember in Indiens Hauptstadt Neu Delhi von sechs Männern in einem öffentlichen Bus auf brutalste und grausame Art vergewaltigt, mit einer Eisenstange misshandelt und geschlagen worden.

Mehrfaches Organversagen

Krankenhausdirektor Kevin Loh sagte, der Zustand der Frau sei seit ihrer Einlieferung in der Nacht zum Donnerstag in die Spezialklinik für Organtransplantationen extrem kritisch gewesen. Das behandelnde Ärzteteam dort stellte nach eigenen Angaben eine schwere Hirnverletzung sowie Infektionen der Lunge und innerer Organe fest.

Demnach war die Studentin in Indien bereits dreimal am Unterleib operiert worden und hatte einen Herzstillstand gehabt. Am Freitagabend habe sich ihr Zustand noch weiter verschlechtert. Stunden später erlag die Studentin einem schweren Organversagen. Die Leiche der 23-Jährigen soll im Lauf des Tages nach Indien zurückgebracht werden.

Video ansehen 01:34

Weiterer Vergewaltigungsfall in Indien

Demnach war die Studentin in Indien bereits dreimal am Unterleib operiert worden und hatte einen Herzstillstand gehabt. Am Freitagabend habe sich ihr Zustand noch weiter verschlechtert. Stunden später erlag die Studentin einem schweren Organversagen.Die Leiche der 23-Jährigen soll im Lauf des Tages nach Indien zurückgebracht werden.

Massenproteste erwartet

Ihr Tod könnte zu neuen Protesten und Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten in Indien führen. In Neu Delhi wurden rund um das Regierungsviertel und das Wahrzeichen India Gate wieder massive Straßensperren errichtet. Spezialeinheiten der Polizei gingen in Position.

Wie schon bei den Protesten vor Weihnachten, als mehr als 100 Menschen verletzt worden waren und ein Polizist starb, wurden erneut zahlreiche Metro-Stationen geschlossen. So sollten Demonstranten daran gehindert werden, sich den symbolischen Orten zu nähern, berichtete der Nachrichtensender NDTV. Der Polizeichef Neu Delhis rief zur Ruhe auf.

Die Polizei in Neu Dehli drängt Demonstranten bei den Protesten im Vergewaltigungsfall zurück (Foto: Getty Images)

Der Vergewaltigungsfall führte zu Massenprotesten und Auseinandersetzungen mit der Polizei

Premier verspricht "konkrete Schritte"

Der Regierung wird vorgehalten, zu wenig gegen den Missbrauch von Frauen zu tun. Frauenrechtlern zufolge werden in Indien Vergewaltigungen nur selten bestraft. Ministerpräsident Manmohan Singh wird vorgeworfen, gegenüber den Protesten taub gewesen und mit zu harter Hand gegen Demonstranten vorgegangen zu sein.

Singh erklärte, er sei "zutiefst betrübt" über den Tod der Frau. Darüber hinaus sei der Unmut über die Tat eine verständliche Reaktion in einem jungen Indien, das Wandel verspreche. Er wünsche sich, dass der Fall in einem konstruktiven Vorgehen münde. "Sie mag ihren Kampf ums Überleben verloren haben, aber es liegt an uns sicherzustellen, dass ihr Tod nicht umsonst war", sagte Singh weiter. Ihr zu Ehre müssten nun konkrete Schritte unternommen werden, um Frauen Schutz und Sicherheit im Land zu gewährleisten.

Demnach soll eine Datenbank vorbereitet werden, in der alle verurteilten Vergewaltiger des Landes erfasst werden. Ihre Namen, Porträtfotos und Adressen sollen auf Internetseiten der Polizei aufscheinen. In Neu Delhi will die Polizei eine spezielle Notrufnummer für Frauen einrichten. Auch sollen Straßen besser beleuchtet und Busse häufiger kontrolliert werden.

In der indischen Hauptstadt wird nach Polizeiangaben alle 18 Stunden eine Vergewaltigung gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Die Zahl der Vergewaltigungen in Indien stieg offiziellen Daten zufolge zwischen 2007 und 2011 um knapp 17 Prozent an.

se/GD/wl (rtr, dapd, dpa, afp)

Audio und Video zum Thema