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Aktuell Nahost

Vergeltungsschläge auf dem Sinai

Bei ägyptischen Luftangriffen im Norden des Sinai sind mindestens 20 bewaffnete Kämpfer getötet worden. Mutmaßliche militante Islamisten hatten zuvor auf der Halbinsel ein weiteres Mal ägyptische Grenzer angegriffen.

Der Konflikt zwischen Terroristen und der ägyptischen Armee auf der Halbinsel Sinai wird schärfer. Mehrere Kontrollpunkte der ägyptischen Armee und Polizei wurden beinahe zeitgleich aus vorbeifahrenden Autos beschossen, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Auch eine von der Armee kontrollierte Fabrik wurde beschossen. Bei dem Überfall seien sechs Menschen verletzt worden - ein Offizier, zwei Soldaten, zwei Polizisten und eine Zivilperson. Als Reaktion feuerten ägyptische Kampfhubschrauber wenige Stunden später Raketen auf die Angreifer ab. Bei dem Luftschlag sollen mindestens 20 Bewaffnete getötet worden sein. Dutzende Menschen seien verletzt worden. Offiziell bestätigt wurden die Zahlen bislang nicht.

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Neue Angriffe auf ägyptische Armee

Racheaktion des Militärs

Es war der erste Luftschlag, den die ägyptische Luftwaffe seit 1973 auf der Halbinsel geflogen ist. Seit dem Jom-Kippur-Krieg muss das ägyptische Militär laut Friedensabkommen Aktivitäten der Luftwaffe in der Region mit Israel abstimmen. Gemäß dem israelisch-ägyptischen Friedensvertrag von 1979 ist auf der Sinai-Halbinsel nur wenig ägyptisches Militär stationiert. Von dem Angriff der ägyptischen Armee betroffen war das Gebiet Scheich Suwajed nahe dem Übergang Rafah an der Grenze zum Gazastreifen.

Karte der Sinai-Halbinsel (Foto: dw-grafik)

Groß, fast menschenleer und doch umkämpft: der Sinai

Am Sonntag waren 16 ägyptische Soldaten an der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen getötet worden, als vermummte Attentäter dort Grenzposten angriffen. Der Vorfall belastete das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Ägypten und Israel weiter. Die israelische Regierung rief die Führung in Kairo auf, die Grenze zum Gazastreifen besser zu bewachen. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi versprach daraufhin, die Sicherheitskräfte würden den Sinai wieder vollständig unter ihre Kontrolle bringen. Mit dem Terrorüberfall auf dem Sinai hätten die Extremisten eine rote Linie überschritten, erklärten die Streitkräfte in Kairo und kündigten an, die Reaktion werde nicht lange auf sich warten lassen.

Über die Identität der Täter bei dem Angriff am Sonntag und auch am Mittwoch wurde bislang nichts bekannt, auch übernahm niemand die Verantwortung für die Angriffe. Das israelische Militär vermutet nach Agenturberichten Beduinen oder islamische Gotteskrieger hinter den Anschlägen, in Ägypten ist daneben von einer bislang unbekannten Gruppe aus dem Gazastreifen die Rede.

USA sichern Ägypten Unterstützung zu

Die USA kündigten eine engere Zusammenarbeit mit Kairo bei der Terrorabwehr an. In einem Telefonat mit dem ägyptischen Ministerpräsidenten Hescham Kandil sicherte Außenministerin Hillary Clinton die Unterstützung der USA bei der Verbesserung der Sicherheitslage zu. Gewaltsamer Extremismus stelle eine Gefahr für Ägypten, die Nachbarn Ägyptens und auch für Amerikaner dar, sagte Außenamtssprecher Patrick Ventrell. Die USA seien der Sicherheit Israels verpflichtet.

qu/gri (dpa, dapd, rtr, afp)

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