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Welt

Vergeltung für Muas al-Kasasba

Nach der brutalen Tötung des jordanischen Piloten durch die Terror-Miliz IS reagiert Jordanien: Zwei zum Tode verurteilte Dschihadisten werden gehängt. Weitere inhaftierte IS-Sympathisanten sollen folgen.

Jordanien ist erschüttert. Nach der grausamen Ermordung des jordanischen Piloten Muas al-Kasasba findet König Abdullah II. deutliche Worte gegen den sogenannten Islamischen Staat. "Die Antwort Jordaniens und der Arabischen Armee auf die kriminelle und feige Tat gegen unseren Sohn Muas al-Kasasba wird scharf sein", sagt Abdullah II.. "Wir kämpfen diesen Krieg, um unseren Glauben und unsere menschlichen Werte und Prinzipen zu beschützen. Unser Krieg wird gnadenlos sein", fügt er hinzu. Jordanien ist ein Mitglied der US-geführten Koalition gegen die IS-Terrororganisation. Seit September werden Luftangriffe auf wichtige IS-Stützpunkte in Syrien geflogen. Der 26 Jahre alte Oberleutnant Muas al-Kasasba war der erste Soldat der Anti-IS-Allianz, der in die Hände der Extremisten gefallen war.

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Nur wenige Stunden nachdem das Video des grausamen Todes des Piloten im Internet veröffentlich wurde, hat Jordanien zwei zum Tode verurteilte IS-Unterstützer exekutiert. Die Irakerin Sadschida al-Rischawi war nach einer Anschlagsserie Ende 2005 inhaftiert und zum Tode verurteilt worden. Sie überlebte, weil ihr Bombengürtel nicht explodierte. Der zweite Islamist, der hingerichtet worden ist, war der Sias Karbuli Zeitungsreporter und Al-Kaida-Mitglied. Ein Sicherheitsvertreter in Amman erklärte, dass noch weitere Islamisten exekutiert werden würden.

Freipressung war eine Täuschung

Der sogenannte IS verlangte kürzlich die Freilassung der Dschihadistin im Gegenzug für den Kampfpiloten. Nach Überzeugung Ammans wurde al-Kasasba jedoch bereits Anfang Januar ermordet – erst danach stellten die Islamisten ihre Forderung. Amman hatte sich bereit gezeigt, auf die Verhandlungen einzugehen, zuvor aber ein Lebenszeichen des 26-Jährigen verlangt. Experten vermuten, dass das 22-Minuten lange Video, das die Hinrichtung al-Kasasbas zeigt, bereits Anfang Januar aufgenommen wurde. Daraufhin wurden die Verhandlungen zwischen Jordanien und den IS-Terroristen abgebrochen. Analysten spekulierten, dass der IS mit den Verhandlungen versuchte, die Öffentlichkeit gegen die dem Westen treue Monarchie aufzubringen.

Der jordanische Regierungssprecher Mohammad al-Momani kündigte an, die jordanische Regierung würde ihre Anstrengungen im Kampf gegen den IS verstärken. "Alle Sicherheitsbehörden und das Militär arbeiten an Optionen", sagte er. "Die Öffentlichkeit wird zum angemessenen Zeitpunkt über Jordaniens militärische und sicherheitspolitische Reaktion informiert werden."

Amtsträger sinnen auf Rache

International wurde die brutale Ermordung al-Kasasba aufs härteste verurteilt. Abdullah traf sich mit US-Präsident Barack Obama, der den IS als "bösartige und barbarische Organisation" geißelte.

Jordan's King Abdullah II (mourning with a keffieh on his head) visits the General Headquarters of Armed Forces in Amman, Jordan, on February 4th, 2015, as Jordan is shocked by the killing of pilot Muath Kasasbeh by 'ISIS' or 'Islamic State' group or 'Daesh'. Photo by Balkis Press/ABACAPRESS.COM

König Abdullah II. gerät unter Druck

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Verbrennung des Piloten sei eine "fürchterliche Tat". Japans Regierungschef Shinzo Abe nannte die Hinrichtung "unverzeihlich und schockierend". Das Schicksal des Oberleutnants war eng mit dem zweier japanischer Geiseln verknüpft, die ebenfalls wenige Tage zuvor von der Terror-Miliz ermordet worden waren.

Die sunnitische Al-Ashar-Universität in der ägyptischen Hauptstadt Kairo rief zur Tötung von IS-Kämpfern auf. In einer Mitteilung forderte die Einrichtung unter anderem die "Kreuzigung und das Zerschlagen der Glieder der IS-Terroristen".

Die Terrororganisation IS erlebt in den vergangenen Wochen durch die Luftangriffe und die kurdischen Kämpfer Rückschläge. "Wann immer der IS sich militärisch überlastet fühlt, greift er auf psychologische Kriegsführung durch Propaganda zurück, um seine Schwäche zu kompensieren", schreibt Lina Khatib, Mitglied des Carnegie Institut für Mittel-Ost-Studien.

Die US-Tageszeitung "New York Times" berichtete, bereits nach der Verschleppung des ersten Soldaten der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz hätten sich die Vereinigten Arabischen Emirate aus der Militärallianz zur Bekämpfung des IS zurückgezogen. Demnach fordern die Emirate von den USA eine bessere Vorsorge für mögliche Rettungsaktionen.

pab/ gmf (dpa, afp)