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Musik

Verflixtes Jahr 2016 - Jetzt ist auch noch George Michael gestorben

Als ob das Jahr 2016 noch nicht genügend Legenden eingesammelt hat. Nun ist auch George Michael gestorben - mit gerade einmal 53 Jahren. Fans und Stars trauern weltweit um einen ganz Großen des Showbiz.

"Lebewohl mein Freund. Wieder ist ein großer Künstler von uns gegangen. Kann sich das Jahr 2016 jetzt nicht verpissen?". Diesen Satz twitterte Pop-Ikone Madonna und dürfte damit Menschen weltweit aus der Seele sprechen. Nach Pop-Helden wie David Bowie oder Prince ist in der Nacht zum Montag auch noch George Michael gestorben.

Er sei zu Hause in Goring-on-Thames in Oxfordshire "friedlich entschlafen", berichtete die Agentur PA unter Berufung auf Michaels Sprecher. Der Sänger und Komponist wurde gerade einmal 53 Jahre alt. 

Die Polizei geht bislang von einem ungeklärten Todesfall aus, sieht aber keine verdächtigen Umstände. Der Leichnam soll obduziert werden. Das Magazin "Billboard" berichtet unter Berufung auf Michaels Manager, dass der Sänger an Herzversagen gestorben sei.

Durchbruch mit "Wham!"

Seine Karriere begann George Michael, Sohn einer Britin und eines griechisch-zyprischen Vaters, mit seinem Schulfreund Andrew Ridgeley. Gemeinsam landeten sie in den 1980er Jahren mit dem Duo "Wham!" zahlreiche Hits. Zu den bekanntesten zählen "Last Christmas", ein Dauerbrenner zur Weihnachtszeit, und "Wake Me Up Before You Go-Go". 1985 durften sie sogar als erste westliche Popgruppe in China spielen.

Nach der Trennung von "Wham!" startete George Michael, der eigentlich Georgios Kyriakos Panagiotou hieß, im Jahr 1987 eine Solokarriere und landete gleich mit seinem ersten Album "Faith" einen riesen Erfolg: Die Platte wird mit einem Grammy zum "Album des Jahres" gekürt. 

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"Last Christmas": Ein Hit und seine Geschichte

Doch trotz Millionen verkaufter Platten geriet Michaels Leben immer wieder ins Straucheln. Eine Lungenentzündung brachte den Superstar bereits 2011 in Wien dem Tode nahe. Wochen lag er auf der Intensivstation, Tage im Koma. Er kämpfte sich zurück ins Leben, verarbeitete seine Erfahrungen im Song "White Light" und trat bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London 2012 auf.

Aber auch schon in den 1990er Jahren erlebte er viele persönliche Schicksalsschläge - vor allem der Tod seiner Mutter und seines Lebensgefährten stürzten ihn in tiefe Krisen, wie er in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa erzählte. Michael wurde depressiv und nahm Drogen. Mehrfach war er mit Drogen im Blut hinter dem Steuer unterwegs, musste seinen Führerschein abgeben und Sozialstunden ableisten. 2010 musste sogar acht Wochen ins Gefängnis - er selbst nannte die Strafe "gerecht", er habe seine "Karma-Rechnung" bezahlt und wolle von vorn anfangen.

Outing aus der Bedrängnis heraus

Dass er homosexuell war, hielt er lange geheim und so wurde Michael über viele Jahre sogar eher als heterosexuelles Sexsymbol inszeniert. Erst 1998 outete er sich, nachdem er in einer öffentlichen Toilette in einem Park in Beverly Hills festgenommen worden war. Dort wurde er von Zivilfahndern bei einem "unanständigen Akt" ertappt, wie es damals hieß. Im Anschluss wurde George Michael offensiver und auch politischer. Im Videoclip zum 2002 erschienenen Lied "Shoot the Dog" zeigte er zum Beispiel einen animierten Premierminister Tony Blair als Schoßhündchen des damaligen US-Präsidenten George W. Bush. Für seine extravaganten Videoclips und mutigen Outfits galt der Brite vielen auch als Stil-Ikone.

Fast sein ganzes Leben verbrachte der Sänger an seinem Geburtsort London. Rund um sein Haus im Norden der Stadt hatte sich zeitweise eine bunte Gemeinde von berühmten Freunden angesiedelt, darunter Model Kate Moss.

Die Welt trauert

Kollegen und Freunde reagierten bestürzt auf den plötzlichen Tod. Michaels früherer Bandkollege Ridgeley teilte mit, er sei "untröstlich". 

Aber auch viele andere Musikergrößen verliehen ihrer Trauer und Bestürztheit Ausdruck:

"2016 - Verlust einer weiteren talentierten Seele. All unsere Liebe und unser Mitgefühl gehen an George Michaels Familie", erklärte die Band Duran Duran auf Twitter. 

Der kanadische Sänger Bryan Adams twitterte: "Ich kann es nicht fassen. So ein unglaublicher Sänger und liebenswerter Mensch, er verlässt uns viel zu jung."

Der britische Sänger Sir Elton John schrieb auf Instagram, er habe einen geliebten Freund und einen brillanten Künstler verloren. 

In seiner fast 40 Jahre dauernden Karriere verkaufte George Michael rund 100 Millionen Alben. Zuletzt schrieb er gemeinsam mit dem britischen Produzenten Naughty Boy an einem neuen Album. Auch sein Dokumentarfilm "Freedom", an dem er in letzter Zeit arbeitete, sollte 2017 erscheinen. 

bb/hf (dpa, afp)

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