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Generation 25

Vereint, aber nicht immer einig - so tickt die Generation 25

Die Teilung Deutschlands haben sie nicht erlebt. Doch ist die Mauer in den Köpfen gefallen? Sehen die 1989/90 Geborenen noch Unterschiede zwischen Ost und West? Das und vieles mehr beantwortet die große DW-Forsa-Umfrage.

Die gute Nachricht zuerst: die überwiegende Mehrheit - nämlich 93 Prozent der Generation 25 - findet es gut, dass die deutsche Einheit vollzogen wurde. Und für rund drei Viertel der Befragten sind Mauerfall und Wiedervereinigung das wichtigste Ereignis der vergangenen 30 Jahre für Deutschland. In dieser positiven Bewertung sind sich die jungen Deutschen in Ost und West einig - obwohl sie selbst diesen historischen Meilenstein nicht bewusst erlebt haben.

Doch wenn es darum geht, ob es nach wie vor Mentalitätsunterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern gibt, geht ein Riss durch die Generation. 46 Prozent finden, dass auch mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall noch Unterschiede zwischen Ost und West spürbar sind, 51 Prozent sehen das nicht so. Vertreter der "Generation 25", die den Großteil ihres Lebens in Ostdeutschland verbracht haben, sehen dabei größere Unterschiede in der Mentalität, als jene, die im Westen des Landes sozialisiert worden sind. Auch die junge Generation, die nur EIN Deutschland kennt, ist also noch von der einstigen Teilung des Landes geprägt.

Klischees: Geld und Karriere im Westen, Ausländerfeindlichkeit im Osten

In den Umfrageergebnissen zeigt sich außerdem, dass einige althergebrachte Vorurteile weiter Bestand haben. Knapp die Hälfte der Befragten meint, dass Westdeutschen Geld und Statussymbole wichtiger seien als Ostdeutschen. Und immerhin 38 Prozent glauben, dass im Westen zudem die Karriere eine größere Rolle spiele als im Osten. Im Gegenzug wird nach wie vor der Osten Deutschlands als ausländerfeindlicher wahrgenommen. Rund 35 Prozent der 1989/90 Geborenen sehen das so. Vergleichsweise wenige von ihnen - 22 Prozent - sind der Meinung, dass Ostdeutsche mehr jammern als Westdeutsche. Das Klischee vom "Jammer-Ossi", das in den Jahren nach der Wiedervereinigung oft das Bild der Westdeutschen von den Ostdeutschen in Umfragen dominierte, hat in der jungen Generation anscheinend ausgedient.

Die optimistische Spaß-Generation

In einem ist sich die "Generation 25" sehr einig: Sie blicken sehr optimistisch in die Zukunft. Die allermeisten der 1989/90 Geborenen - 82 Prozent - haben laut Forsa-Umfrage eine optimistische Grundhaltung. In Anbetracht von Wirtschaftskrise und Flüchtlingsproblematik in Europa sicher keine Selbstverständlichkeit. Auch bei den Prioritäten für das eigene Leben finden sich Gemeinsamkeiten. Für drei Viertel der jungen Deutschen spielen persönliche Beziehungen zu Freunden und Familie eine sehr wichtige Rolle - egal ob in Ost oder West. Auch Spaß haben und das Leben genießen hat in beiden Landesteilen einen hohen Stellenwert: knapp die Hälfte der Befragten findet das sehr wichtig. Für nur neun Prozent spielt Geld eine sehr wichtige Rolle - auch hierin sind sich die jungen Deutschen in Ost und West wieder einig.

Unpolitisch und desinteressiert?

Gerade einmal 35 Prozent der 1989/90 Geborenen geben an, sich persönlich für politische oder gesellschaftliche Zwecke zu engagieren. Nur sechs Prozent sind in Politik oder Lokalpolitik aktiv. Dennoch: so desinteressiert, wie es zunächst scheinen mag, ist die Generation 25 nicht. Immerhin knapp ein Viertel von ihnen sorgt sich um Armut und das soziale Gefälle im Land. Das ist überdurchschnittlich viel: In der Gesamtbevölkerung spielt das nur für neun Prozent eine Rolle. Und immerhin 43 Prozent der Generation 25 sagen, ihnen sei soziale Gerechtigkeit persönlich sehr wichtig.

Die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Deutschen Welle zeigt also: Die jungen Deutschen, die in den Wendejahren 1989 und '90 geboren sind, eint mehr als sie trennt. Das fällt besonders bei den persönlichen Einstellungen zu Beruf und Privatleben auf, auch wenn einige Vorurteile zum Thema "Ost und West" noch Bestand haben. Die Kinder der Deutschen Einheit spiegeln damit auch den Prozess des Zusammenwachsens wider, der sich im wiedervereinten Deutschland in den vergangenen 25 Jahren vollzogen hat – und noch immer nicht ganz abgeschlossen ist. Wer weiß, wie ihre Kinder in 25 Jahren auf Deutschland blicken werden? Wir sind gespannt.

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