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Wirtschaft

Verdi fordert von Schlecker Einsatz für Jobs

Nach der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker fordert die Gewerkschaft Verdi vom Eigentümer "volles Engagement" zur Rettung der mehr als 30.000 Arbeitsplätze.

Eine Filiale der Drogeriekette Schlecker (Foto: dpa)

Eine Filiale der Drogeriekette Schlecker

Nach dem Insolvenzantrag der Drogeriekette Schlecker fordert die Gewerkschaft Verdi vom Eigentümer "volles Engagement" zur Rettung der mehr als 30.000 Arbeitsplätze. "Anton Schlecker trägt als Eigentümer persönlich die Verantwortung für seine Beschäftigten", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin. Besonders in einem solchen Falle gelte: Eigentum verpflichtet. Gemeinsam mit den Betriebsräten und den Betroffenen werde die Gewerkschaft nun beraten, "welche konkreten Schritte kurzfristig eingeleitet werden müssen", sagte Nutzenberger.

"Planinsolvenz" angekündigt

Deutschlands größte Drogeriekette hatte am Freitag ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Ulm angekündigt. Angestrebt werde eine sogenannte Planinsolvenz, um das Unternehmen unter Gläubigerschutz in eigener Regie zu sanieren. Der Geschäftsbetrieb solle unverändert weiterlaufen, teilte ein Firmensprecher mit. "Wir glauben an die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens."

Schlecker war in den vergangenen Jahren am Markt immer stärker unter Druck geraten. Zuletzt hatte das Unternehmen über 1000 Filialen geschlossen und begonnen, sein altes Ladennetz zu sanieren. Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Für 2011 rechnete der schwäbische Familienkonzern erneut mit sinkenden Erlösen. Angaben zum Gewinn oder Verlust macht die Kette traditionell nicht.

Fast 50.000 Mitarbeiter in Europa

Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei mehr als 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland. Zuletzt hatte Schlecker noch rund 7000 Läden in Deutschland und etwa 3000 weitere in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Tschechien, Polen und Portugal.

2010 war bekannt geworden, dass das Unternehmen Mitarbeiter entlassen hatte, um sie anschließend als Leiharbeiter zu schlechteren Konditionen wieder einzustellen. Angesichts öffentlicher Empörung beschloss die Regierungskoalition in Berlin ein "Lex Schlecker" genanntes Gesetz, das derartige Praktiken untersagt.

wl/qu (dpa/dapd/afp/rtr)

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