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Terrorismus

Verdächtiger Tunesier freigelassen

Zuerst dachten die Ermittler, er sei ein Kontaktmann des mutmaßlichen Attentäters von Berlin, Anis Amri. Die Vermutung bestätigte sich jedoch nicht. Deshalb wurde der Mann wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Video ansehen 09:12

Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, zum Fall Amri

Gegen den 40-jährigen Tunesier bestand der Verdacht, er könnte in den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche eingebunden gewesen sein. Er war am Mittwoch in Berlin festgenommen worden. Die Telefonnummer des Mannes war laut Ermittlern im Mobiltelefon des mutmaßlichen Haupttäters Anis Amri gespeichert, das dieser im Tatfahrzeug, einem gekaperten Lastwagen, zurückließ.

Doch die weiteren Ermittlungen hätten ergeben, dass es sich bei dem Festgenommenes "nicht um die mögliche Kontaktperson Amris handelt", sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Die Behörde habe daher keinen Haftbefehl gegen den 40-Jährigen beantragt.

Generalbundesanwalt: Bekennervideo ist echt

Amri, der ebenfalls aus Tunesien stammt, hatte einem Medienbericht zufolge noch zehn Minuten vor dem Anschlag über sein Handy Sprachnachrichten und Fotos verschickt. Demnach könnten weitere Islamisten in Berlin und im Ruhrgebiet in die Attentatspläne eingeweiht gewesen sein.

Vier Tage nach dem Attentat hatte das IS-Sprachrohr Amak ein Video veröffentlicht, in dem Amri sich zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte und wütende Drohungen gegen "Kreuzzügler" ausstieß. Dieses Video ist nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft echt.

Deutschland Breitscheidplatz nach dem Anschlag in Berlin (DW/F. Hofmann)

Zeichen der Trauer am Breitscheidplatz (Archivbild)

LKW durch Notbremsassistent gestoppt

Die Behörde bestätigte auch Medienberichte, wonach der entführte LKW, mit dem die Tat verübt wurde, durch ein automatisches Bremssystem nach 70 bis 80 Metern zum Stehen kam. Der vom Hersteller des Fahrzeugs eingebaute Notbremsassistent soll bei einem möglichen Unfall den Schaden begrenzen.

Der verschleppte polnische LKW-Fahrer, dessen Leiche in dem Wagen gefunden wurde, starb laut vorläufigem Obduktionsbericht durch Schüsse in zeitlicher Nähe zum Attentat am Breitscheitplatz. Spuren etwaiger Messerstiche, von denen in einigen Berichten gesprochen wurde, habe man nicht entdeckt, so die Bundesanwaltschaft.

Deustchland | Anschlag mit LKW auf Weihnachtsmarkt in Berlin (picture-alliance/rtn-radio tele nord rtn/P. Wuest)

Der zerstörte LKW, der in die Menschenmenge raste (Archivbild)

Wie die Sprecherin weiter mitteilte, hat das Projektil, das im Führerhaus des LKW sichergestellt wurde, Kaliber 22. Die Waffe mit der Amri in Italien auf Polizisten schoss, besitzt demnach das gleiche Kaliber. Ob es sich in beiden Fällen um dieselbe Waffe handelt, stehe allerdings noch nicht fest.

Nach mehrtägiger Flucht erschossen

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche wurden am 19. Dezember zwölf Menschen getötet. Amri saß nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler am Steuer des LKW, der in die Menschenmenge raste. Er wurde nach mehrtägiger Flucht in der Nacht zum 23. Dezember bei einer Polizeikontrolle nahe Mailand erschossen.

jj/se (dpa, afp, rtr)

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