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USA

Verdächtiger nach Polizistenmorden in Iowa festgenommen

Nach der Ermordung zweier Polizisten im US-Bundesstaat Iowa sind weitere Einzelheiten über die Identität des festgenommenen Verdächtigen veröffentlicht geworden. Er war den Behörden bereits bekannt.

USA Iowa Anschlag auf Polizisten (Reuters/S. Morgan )

Mit Hinweisen auf großen Leuchttafeln suchte die Polizei nach dem Verdächtigen

Der 46-jährige Scott Michael Greene war in der Vergangenheit schon häufiger mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Zu seinen Vergehen gehörten unter anderem Belästigung und Körperverletzung.

Zuletzt hatte Greene bei einem Highschool-American-Football-Spiel eine sogenannte "Konföderierten-Flagge " in unmittelbarer Nähe zu afroamerikanischen Zuschauern entrollt. "Wer eine Konföderierten-Flagge vor mehreren Afroamerikanern schwenkt, muss damit rechnen, dass es Ärger gibt, egal, ob es als Provokation gemeint war oder nicht", sagte eine Polizistin in einem Video von dem Vorfall.

USA Iowa Anschlag auf Polizisten Verdächtiger Scott Michael Greene (Reuters/Urbandale Police Department)

Fahndungsfoto des mutmaßlichen Polizistenmörders Scott Michael Greene

In den "Konföderierten Staaten von Amerika" hatten sich in den 1860er-Jahren elf Südstaaten zusammengeschlossen, in denen Sklaverei und Diskriminierung von Schwarzen erlaubt waren.

Vermutlich ein Einzeltäter

Über die Motive des mutmaßlichen Polizistenmörders, der im Vorort Urbandale lebte, hat die Polizei noch keine weiteren Erkenntnisse. Beide Opfer waren Weiße. Nach Angaben eines Polizeisprechers hat es vor den tödlichen Schüssen auf den 24-jährigen Justin Martin in Urbandale und zwanzig Minuten danach auf den 39-jährigen Anthony Beminio in Des Moines keine Konfrontation mit dem Täter gegeben. "Sie wurden aus dem Hinterhalt erschossen", sagte Polizeisprecher Paul Parizek.

Nach derzeitigem Stand hatte der Täter keine Komplizen. Er hatte sich wenige Stunden nach den Taten der Polizei gestellt. Eine offizielle Anklage soll erst erhoben werden, nachdem der Verdächtige verhört worden und die Beweissicherung an den Tatorten abgeschlossen ist. Das könnte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) der Fall sein.

Aufruf zu Besonnenheit

In Washington warnte US-Justizministerin Loretta Lynch die Amerikaner vor allzu schnellen Rückschlüssen auf die möglichen Motive des Täters. "Wir leben in einer Zeit voller Spannungen und Misstrauen zwischen Polizei und vielen Bevölkerungsgruppen. Aber es gibt keine Botschaft in einem Mord. Gewalt baut nichts auf, Gewalt zerstört nur", sagte sie. 

Die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Hillary Clinton, sprach auf dem Kurznachrichtendienst Twitter den Angehörigen der ermordeten Polizisten ihr Mitgefühl aus. "Es gibt keine Rechtfertigung für diese Art von Gewalt."

Ihr republikanischer Widersacher Donald Trump äußerte sich - ebenfalls auf Twitter - empört und sagte, ein Angriff auf diejenigen, die für den Schutz der Bevölkerung sorgen sollen, sei ein Angriff auf "uns alle".

In den vergangenen Monaten waren in den USA mehrere Polizisten gezielt erschossen worden. In Dallas (Texas) tötete ein schwarzer Ex-Soldat im Juli am Rande einer Demonstration fünf Polizisten. Sein Motiv soll Rache gewesen sein. Zuvor waren zwei Schwarze durch Polizeikugeln getötet worden. Wenige Tage später erschoss ein Mann in Baton Rouge (Louisiana) drei Polizisten.

mak/qu (rtr, afp)