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Kultur

Verantwortungsvoll reisen

Verantwortungsvolles Reisen statt hemmungsloser Massentourismus – das ist der Kern des Begriffs „Ökotourismus“. Jetzt wurde auf der Reisemesse in Hannover das Internationale Jahr des Ökotourismus eingeläutet.

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Am Strand von Salou in Spanien

Über 250 Aussteller aus dem In- und Ausland lockten die Besucher bei der Auftaktveranstaltung in Hannover mit farbenprächtigen Broschüren und Urlaubsangeboten, die Natur und Abenteuer versprechen: Wanderungen in Kirgisistan und Gorillabeobachtungen in Uganda, Ferien in den letzten Urwäldern Europas und bei den Reisbauern in Thailand. In Fachvorträgen und Workshops konnten sich Urlaubswillige noch ausführlicher über eine Art von Tourismus informieren, die sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreut: Ökotourismus. Dr. Wolfgang Strasdas, Landschafts- und Tourismusplaner und, versteht unter Ökotourismus eine umweltverträgliche und sozial verträgliche Form des Reisens in naturnahe Gebiete. Ihn ärgert, dass "viele Reiseveranstalter das Wort einfach nur zur Vermarktung benutzen, weil es sich gut anhört."

Hohe Ansprüche an die Reiseveranstalter

Strasdas, der auch für International Ecotourism Society, TIES, arbeitet, weiß aus langjähriger Erfahrung, dass es nicht einfach ist, verantwortungsvollen Urlaub bei Reisenden, Reiseveranstaltern und in den touristischen Zielgebieten durchzusetzen. Noch ist Ökotourismus nur eine kleine Nische im riesigen weltweiten Touristengeschäft.

Aber die Nachfrage wächst, denn immer mehr Urlauber wollen bewusster reisen und mehr über die Menschen, die Kultur und das Land erfahren, in das sie reisen. Doch die Ansprüche vor allem an die Reiseveranstalter sind hoch: Egal ob Hotel oder Hütten, die Unterkünfte sollen aus örtlichen Baumaterialien und im Einklang mit der Umgebung sein, die Besucher sollen mit regionalen Produkten verpflegt werden, vor allem aber soll die örtliche Bevölkerung in die Planungen mit einbezogen werden.

Der Tourismus ist in der Hand von Großkonzernen

Damit könnte Ökotourismus zu einem bescheidenen, aber auf Dauer möglicherweise lukrativen wirtschaftlichen Aufschwung der jeweiligen Region beitragen. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass das sehr schwierig, aber machbar ist. Das Problem, was wir haben, wenn wir jetzt von Entwicklungsländern reden, ist, dass der Tourismus dort sehr stark in der Hand von internationalen Konzernen ist. Die organisieren die Reisen, die haben das Know How. Die Leute vor Ort sind meistens Bauern, die leben in einer komplett anderen Welt", sagt Wolfgang Strasdas. Es sei also sehr schwierig, diese beiden Seiten zusammen zu bringen. Man könne das in positive Bahnen lenken, indem man diese Projekte sehr stark unterstützte, hier sei vor allem die Entwicklungszusammenarbeit gefragt.

So gibt es in einigen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas inzwischen eine ganze Reihe von Dorfgemeinschaften, die ihre Häuser für Besucher öffnen. Nach einem erholsamen Strandurlaub oder einer Exkursion zu Kulturdenkmälern können die Urlauber ein paar Tage lang den Alltag eines Regenwaldbewohners im Amazonas oder eines Reisbauern in Thailand kennen lernen.

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