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Medienentwicklung

Veranstaltung: Medienentwicklung und Forschung

Welche Bedeutung hat Publikumsforschung für nachhaltige Medienentwicklung? Antworten gab ein Symposium von Forum Medien und Entwicklung (FoME). Die DW Akademie hatte das Netzwerk vor zehn Jahren mitbegründet.

Publikumsforschung spielt eine große Rolle für die Medienentwicklungszusammenarbeit - darüber waren sich die über 100 Medienexperten des internationalen Symposiums einig. "Wir müssen wissen, ob unsere Projekte die Wirkung erzielen, die wir uns erhoffen. Aus menschenrechtlicher Perspektive ist es dabei wichtig, auch benachteiligte gesellschaftliche Gruppen im Blick zu haben", sagte Jan Lublinksi, Projektmanager Strategie und Beratung der DW Akademie. "Audience Research in Media Development - Is It Fo(r) ME?" - dieser Frage gingen die Medienexperten aus über 30 Ländern in Podiumsdiskussionen und Vorträgen während des FoME-Symposiums am 6. und 7. Novembers in Bonn nach. Ein besonderes Zusammentreffen: Das Forum Medien und Entwicklung feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Die DW Akademie ist eines der Gründungmitglieder dieses bislang einzigartigen Netzwerks von Medienpraktikern, Wissenschaftlern und Institutionen. "Durch die langjährige Arbeit des FoME-Netzwerkes ist es gelungen, Medienentwicklung auf die politische Agenda zu setzen", sagte Helmut Osang, Gründungsmitglied und Senior Advisor der DW Akademie.

Zur Fachtagung über Publikumsforschung stellten über 20 internationale Medienexperten ihre Erfahrungen und Ergebnisse vor. Dabei wurde klar: Publikumsforschung in der Medienentwicklung ist eine besondere Herausforderung. Insbesondere in Transformations- und Schwellenländern stünden Medienforscher vor speziellen Aufgaben: "Moving Targets" im Sinne von sich schnell verändernden Zielgruppen würden verlässliche Messungen schwierig machen.

"Diaries" als Erhebungsmethode im Südsudan

Daher müssten Medienpraktiker in vielen Ländern ihre Methodik gezielt anpassen. Hierzu stellte die Medienforscherin Natalie Forcier beispielhaft ihre Arbeit im Südsudan vor, wo sich derzeit viele internationale Organisationen für einen Aufbau freier Medien engagieren und eine Erhebung des Medienkonsumverhaltens zentral sei. In ihrem Vortrag schilderte Natalie Forcier ihre Suche nach einem geeigneten Erhebungsverfahren und musste feststellen, dass die in entwickelten Märkten genutzten Erhebungsmethoden wie beispielweise Telefoninterviews noch nicht anwendbar seien. Daher griff sie auf das Tagebuchverfahren "Diaries" zurück, in dem Studienteilnehmer systematisch ihre Tagesabläufe und ihren Medienkonsum schriftlich festhalten. Dabei gebe es immer wieder unerwartete Herausforderungen, berichtete Forcier, und zitierte eine Studienteilnehmerin, deren Tagebuch nicht mehr ausgewertet werden konnte: "Meine Ziege hat mein Tagebuch gefressen."

Vergleichbare Daten: eine gemeinsame Währung

In einigen Ländern Südafrikas ist es Paul Haupt, Executive Director der Pan African Media Research Organisation (PAMRO), hingegen gelungen, jenseits der Einzelerhebung Medienunternehmen für gemeinsame Medienanalysen zusammen zu bringen, ähnlich der deutschen Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AGMA). In seinem Vortrag zeigte er sich überzeugt von den Vorzügen gemeinschaftlich erhobener Daten, wie sie seine South African Audience Research Foundation (SAARF) seit 1998 durchführe. "Dadurch liegen uns vergleichbare Daten aus allen Medienbereichen vor - eine gemeinsame Währung zur nachhaltigen Entwicklung freier Medien", sagte Haupt.

Das Fazit der Symposiums-Teilnehmer war daher deutlich: Publikumsforschung für internationale Medienentwicklung muss intensiviert und vor allem besser vernetzt werden. Hierzu sei es wichtig, auch die Geberorganisationen vom Nutzen der Forschung für die Medienentwicklung zu überzeugen und die Durchführungsorganisationen in der Planung der Forschungsvorhaben zusammenzubringen.

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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