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Sport

Verärgerung über deutsche B-Mannschaft

Der dänische Trainer findet die DFB-Personalpolitik "respektlos", Chelsea geht rigoros gegen Gemüse-Werfer im Stadion vor, und beim Spiel Italien-Schottland in Bari ist Alkohol in der ganzen Stadt verboten.

Rauft sich angesichts der deutschen Personalpolitik die Haare: Morten Olsen (Quelle: AP)

Rauft sich angesichts der deutschen Personalpolitik die Haare: Morten Olsen

Morten Olsen ließ mächtig Dampf ab. Aus seiner Verärgerung über die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), im Länderspiel am Mittwoch (27.3.) in Duisburg auf fast alle Stammkräfte zu verzichten, machte der dänische Fußball-Trainer kein Hehl. "Deutschland war bei der WM ein großartiger Gastgeber. Aber das ist respektlos vom DFB und sehr, sehr egoistisch", klagte er. Einmal in Fahrt, warf er dem Gegner Wortbruch vor: "Die Absprache vor einigen Monaten war die, dass Deutschland mit der stärksten Mannschaft antritt. Und es sah beim DFB-Sieg am Samstag in Prag nicht so aus, als ob sich acht Spieler verletzt hätten."

Nicht nur Profis sind Leidtragende

Die Vorfreude auf das vermeintlich schwere Testspiel ist dem ehemaligen Profi und Trainer des 1. FC Köln deshalb gründlich vergangen. "Auch ich habe Spieler, die in internationalen Topclubs und in der Champions League spielen. Wie soll ich diesen Spielern das erklären?", klagte Olsen über die Personalpolitik von DFB-Coach Joachim Löw, der beim Test eine B-Mannschaft ins Rennen schickt. Leidtragende seien aber nicht nur die Profis, sondern auch die Zuschauer. "Unsere Fans wollten ein Spiel gegen eine der besten Mannschaften in Europa sehen."

Der verbale Konter aus dem DFB-Quartier kam postwendend. "Die Äußerungen der Dänen zeugen nicht von großem Respekt vor unseren jungen Spielern, die auch in der Bundesliga gute Leistungen bringen", sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. Von einer angeblichen Absprache mit Dänemark will er nichts wissen.

Chelsea: Stadionverbot für Gemüse-Werfer

Chelseas ukrainischer Stürmer Andrej Schewtschenko und jubelnde Fans (Quelle: dpa)

Singen gerne obszöne Lieder und schmeißen Sellerie: Chelsea-Fans

Der englische Fußball-Meister FC Chelsea geht rigoros gegen Gemüse-Werfer vor. Der Tabellenzweite der Premier League belegte drei Fans mit Stadionverboten, weil sie beim Wiederholungsspiel im FA-Cup-Viertelfinale bei Tottenham Hotspur mit Sellerie-Stangen geworfen haben. Ein vierter Fan erhielt ein Stadionverbot, weil er auf das Spielfeld gelaufen war. "Gegen drei der vier Fans laufen zudem polizeiliche Ermittlungen", hieß es auf der Internet-Seite der Blues.

Chelsea hatte die Fans schon vor dem Wiederholungsspiel gewarnt, dass das Werfen von Sellerie strafbar sei. Seit über zwei Jahrzehnten hat das Sellerie-Werfen Tradition bei den Chelsea-Fans, die dazu ein Lied mit einem nicht jugendfreien Text singen.

Kein Alkohol für Fans in Bari

Aus Angst vor Ausschreitungen beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Fußball-Weltmeister Italien und Schottland hat die Polizei im süditalienischen Bari den Verkauf und Genuss von Alkohol in der ganzen Stadt verboten. Von 8 bis 24 Uhr sei es am Mittwoch allen Kneipen, Restaurants und Geschäften untersagt, Alkohol anzubieten. Auch dürfe nirgendwo öffentlich getrunken werden. Zudem sei es streng verboten, alkoholische Getränke oder Spruchbänder mit Gewalt verherrlichenden Sprüchen in das Stadion San Nicola zu bringen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Italien kämpft in dieser Partie um den Anschluss an das Führungstrio in der Gruppe B. Bisher konnten die "Azzurri" unter Trainer Roberto Donadoni in vier Spielen nur sieben Punkte nach Hause bringen. Eine Niederlage gegen die zweitplatzierten Schotten (12 Punkte) wäre fast schon gleichbedeutend mit einem Scheitern bei der Qualifikation für die EURO 2008.

Drei Todesopfer nach Krawallen in Nigeria

Der nigerianische Fußball hat nur wenige Tage nach der gelungenen Premiere von Berti Vogts als Nationaltrainer seine Schattenseiten gezeigt. Während des Ligaspiels zwischen Akwa United und Enyimba wurden drei Fans nach Krawallen von Polizeibeamten erschossen. Dies bestätigte Chris Ekong, ein führender Sportfunktionär der Region Akwa Ibom. Zu den Tumulten war es in den Schlussminuten gekommen, nachdem Schiedsrichterin Felicia Okwugba beim Stande von 2:1 für Akwa einen umstrittenen Elfmeter gegeben hatte. Für die vollständige Aufklärung der tragischen Vorfälle wurde vom nigerianischen Ligaverband ein spezieller Untersuchungsausschuss eingesetzt.

Erst am vergangenen Wochenende hatte Vogts einen erfolgreichen Einstand als Nationaltrainer Nigerias gefeiert. Beim 1:0-Sieg der "Super Eagles" gegen Uganda wurden keine Ausschreitungen registriert.

Mönchengladbach will Fußball-WM der Frauen ausrichten

Auch die Stadt Mönchengladbach bewirbt sich zusammen mit dem heimischen Fußball-Verein Borussia als Austragungsort der Frauen-Weltmeisterschaft 2011. Dies gab die niederrheinische Stadt am Dienstag bekannt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich am 13. Februar offiziell um die WM-Ausrichtung beworben. Zu den Konkurrenten Deutschlands zählen Frankreich, Peru, Kanada, Schweiz und Australien.

Am 31. August entscheidet der Weltfußballverband (FIFA) über die Vergabe der WM. Sollte Deutschland den Zuschlag erhalten, werden anschließend die Austragungsorte festgelegt. Bereits bis Anfang Mai will sich das Präsidium des DFB auf etwa zehn Städte festlegen, mit denen er ins Bewerbungsrennen gehen wird. Bislang haben rund 30 Städte Interesse als Ausrichtungsstandort bekundet.

Norwegen beschwert sich bei UEFA über Türkei

Der norwegische Fußball-Verband NFF hat sich vor dem EM-Qualifikationsspiel seines Teams in der Gruppe C gegen Tabellenführer Türkei am Mittwoch in Frankfurt/Main bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) über die Maßnahmen der Türken rund um das Geisterspiel beschwert. Nach Ansicht der Norweger soll die von den Türken über eine Tribüne ausgebreitete Nationalflagge und das Poster von Staatsgründer Kemal Atatürk entfernt werden, da beides die Strafe des Weltverbands FIFA gegen die Türken unterwandere.

Die FIFA hatte die Türkei wegen der skandalösen Vorfälle im WM-Playoff gegen die Schweiz (4:2) vor eineinhalb Jahren dazu verurteilt, drei Spiele mindestens 500 km von der türkischen Grenze entfernt und ohne Zuschauer auszutragen. Mit der Partie gegen Norwegen ist die Strafe verbüßt. Die bisherigen zwei Begegnungen in Frankfurt gegen Malta und Moldawien konnten die Türken für sich entscheiden. (ana)