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Aktuell Amerika

Venezuelas Polizei löst Protestlager auf

Ein erschossener Beamter und 243 Festnahmen - das ist die Bilanz der Räumung von Camps der Regierungsgegner in Caracas. Ob das die Kritiker von Präsident Maduro schwächen wird, darf bezweifelt werden.

Bei Protesten von Regierungsgegnern in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ist ein Polizist erschossen worden. Der Beamte sei am Hals von einer Kugel getroffen worden, teilte ein ranghoher Polizeivertreter am Donnerstag (Ortszeit) mit. Demnach wurden drei weitere Polizisten verletzt. Nach der Auflösung von Protestlagern kam es laut Carvajal zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten.

Die Bereitschaftspolizei war vor Tagesanbruch gegen die Gegner von Präsident Nicolás Maduro vorgerückt, um die Camps aufzulösen, wie Innenminister Miguel Rodríguez Torres mitteilte. Es habe Hinweise gegeben, dass die vier Lager von gewaltbereiten Gruppen zur Vorbereitung von "Terroranschlägen" genutzt worden seien. 243 Studenten wurden demnach festgenommen. Die Sicherheitskräfte stellten zudem Drogen, Waffen, Sprengstoff, Mörsergranaten und Gaskanister sicher, wie es weiter hieß. Menschenrechtsaktivisten verurteilten das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte.

Vermittlungsmission des Vatikan

Seit Anfang Februar gibt es in Venezuela fast täglich Proteste der Opposition gegen verbreitete Kriminalität, grassierende Korruption, hohe Inflation sowie gegen die zahlreichen Versorgungsengpässe. Bei den Protesten wurden bislang 41 Menschen getötet und mehr als 700 weitere verletzt. Maduro sieht die Demonstrationen als versuchten Staatsstreich, der vom Westen unterstützt werde.

Der italienische Kardinalstaatsekretär Pietro Parolin wird nach venezolanischen Medienberichten in Kürze zu einer Vermittlungsreise in dem Land erwartet. Die Tageszeitung "El Nacional" berichtete unter Berufung auf Kirchenkreise, dass der ehemalige Nuntius in Venezuela bei der kommenden Gesprächsrunde zwischen Regierung und Opposition eine Botschaft von Papst Franziskus verlesen werde. Eine offizielle Bestätigung des Vatikan zur Reise Parolins liegt noch nicht vor.

sti/zam (afp, dpa)