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Venezuela und Kolumbien öffnen Grenze

12. August 2016

Seit etwa einem Jahr ist die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien geschlossen. Nun vereinbarten die Präsidenten beider Länder, tagsüber fünf Übergänge für Fußgänger zu öffnen. Das soll aber nur der erste Schritt sein.

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Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro (rechts) und sein kolumbianischer Kollege Juan Manuel Santos in Puerto Ordaz (Foto: dpa)
Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro (rechts) und sein kolumbianischer Kollege Juan Manuel Santos in Puerto OrdazBild: picture-alliance/dpa/M. Gutierrez

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro und sein kolumbianischer Kollege Juan Manuel Santos kamen zu dem Versöhnungstreffen in Puerto Ordaz im Osten Venezuelas zusammen. Dort vereinbarten sie, ab Samstag zunächst fünf Übergänge für Fußgänger für 15 Stunden pro Tag freizugeben.

Venezuela hatte die Grenze vor einem Jahr geschlossen und dafür Sicherheitsgründe angeführt. Die linksgerichtete venezolanische Regierung beschuldigte damals rechtsgerichtete kolumbianische Paramilitärs, einen Grenzposten angegriffen zu haben. Zudem will Caracas mit diesem Schritt den Schmuggel subventionierter Waren nach Kolumbien unterbinden.

Massenansturm zum Einkaufen

Zuletzt hatten die Regierungen der beiden südamerikanischen Länder die 2200 Kilometer lange Grenze bereits für einzelne Tage geöffnet, damit Fußgänger aus Venezuela in Kolumbien einkaufen können. Zehntausende deckten sich bei diesen Gelegenheiten mit Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln und Dingen des täglichen Bedarfs ein. Derartige Waren sind in Venezuela schon seit einiger Zeit sehr knapp oder nur zu sehr hohen Preisen zu erstehen. Aus verschiedenen Landesteilen und der Hauptstadt Caracas reisten die Bürger teilweise Hunderte Kilometer bis in den westlichen Bundesstaat Tachira.

Venezuela leidet seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises verfügt das extrem vom Energiesektor abhängige Land nicht über genügend Devisen, um Rohstoffe und Importwaren einzuführen. Aufgrund der schwierigen Versorgungslage steigt der Druck auf die sozialistische Regierung. Die konservative Opposition, die mittlerweile die Mehrheit im Parlament stellt, macht Misswirtschaft für die Engpässe bei der Lebensmittelversorgung verantwortlich. Es wird ein Staatsbankrott befürchtet. Die Wirtschaft ist 2015 um sieben Prozent geschrumpft, die Inflation liegt im dreistelligen Bereich.

kle/rk (afp, dpa, rtre)