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Anti-Regierungsbewegung

Venezuela: Frauen marschieren gegen Maduro

Seit fünf Wochen zieht es die Gegner des venezolanischen Präsidenten Maduro immer wieder auf die Straße. Bisher gab es Hunderte Verletzte und fast 40 Tote. Der Papst und die USA rufen wieder einmal zu Frieden auf.

Mehrere tausend Frauen haben in Venezuela gegen die staatliche Unterdrückung von Kundgebungen der Opposition protestiert. Die in Weiß, der Farbe der Gegner Nicolás Maduros, gekleideten Demonstrantinnen marschierten durch mehrere Städte des südamerikanischen Landes. Einige Frauen versuchten, an Sicherheitskräfte weiße Rosen zu verteilen. In der Hauptstadt Caracas wollten die Demonstrantinnen vor dem Innenministerium ihre Forderung kundtun. Auf dem Weg dorthin wurden sie jedoch von einem Trupp Polizistinnen aufgehalten.

"Diktatur vor dem Aus"

"Die Diktatur erlebt ihre letzten Tage und Maduro weiß das", sagte die ehemalige Parlamentsabgeordnete María Corina Machado, die an den Protesten teilnahm. "Daher rührt das beispiellose Niveau an Repression." Seit Beginn der Protestwelle wurden bereits 38 Menschen getötet. Demonstranten und Sicherheitskräfte liefern sich seit Anfang April fast täglich Straßenschlachten, bei denen zudem mehr als 700 Menschen verletzt wurden. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich.

Eine Demonstrantin schreit eine Polizistin an (Foto: Reuters)

In Caracas wurden die Demonstrantinnen von Polizistinnen aufgehalten

Papst Franziskus drückte indessen in einem offenen Brief seine Besorgnis über die Konfrontation und Gewalt aus. "Venezuelas schwerwiegende Probleme können gelöst werden, wenn der Wille besteht, Brücken zu schlagen, einen ernsten Dialog zu führen und die erreichten Vereinbarungen zu erfüllen", schrieb der Papst in dem Brief, der von der venezolanischen Bischofskonferenz am Samstag veröffentlicht wurde.

USA pochen auf Demokratie

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Herbert R. McMaster, hat Venezuelas Führung zur Einhaltung demokratischer Grundsätze aufgefordert. Parlament und Verfassung müssten geachtet werden, heißt es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Es sei sehr wichtig, die gegenwärtige Krise in dem Land schnell und friedlich zu Ende zu bringen, teilte das Weiße Haus nach einem Gespräch McMasters mit dem venezolanischen Parlamentspräsidenten Julio Borges mit. Darin seien sich McMaster und Borges einig gewesen. Venezualas Regierung müsse politische Gefangene freilassen und freie, demokratische Wahlen abhalten. Bisher verhielten sich die USA in der Krise eher zurückhaltend.

Eine Luftaufnahme von in Weiß gekleideten Demonstranten (Foto: Getty Images)

Im ganzen Land nahmen Menschen an den Protestmärschen teil

Die Regierungsgegner machen den sozialistischen Staatschef Maduro für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich. Die Versorgungslage in Venezuela ist dramatisch. Nahrungsmittel, Medikamente sowie Dinge des täglichen Bedarfs wie Toilettenpapier und Seife werden vielerorts knapp. In Umfragen sprechen sich mittlerweile 70 Prozent der Befragten gegen Maduro aus.

Die Mitte-Rechts-Opposition kämpft für vorgezogene Parlamentswahlen und eine Volksabstimmung über die Absetzung von Maduro, dessen Mandat regulär im Januar 2019 endet. Maduro hatte am Montag angekündigt, die Verfassung reformieren zu wollen. Die Opposition sieht darin aber nur einen Versuch des Staatschefs, sich dauerhaft ans Amt zu klammern.

ust/haz (dpa, afp, ap)

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