Venezuela: Fast 40 Regierungsgegner kommen frei | Aktuell Amerika | DW | 25.12.2017
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Lateinamerika

Venezuela: Fast 40 Regierungsgegner kommen frei

Schwenkt Machthaber Maduro in Venezuela auf einen neuen gemäßigten Kurs ein? Anzeichen dafür könnte die Freilassung mehrerer Regierungsgegner zu Weihnachten sein. Viele sitzen aber nach wie vor hinter Gittern.

Die Verfassungsgebende Versammlung des Landes hatte sich für die Freilassung von 80 inhaftierten Regierungsgegnern ausgesprochen - als Geste der "Versöhnung" im Konflikt zwischen der Regierung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro und der Mitte-rechts-Opposition, hieß es in der Hauptstadt Caracas.

Das war ungerecht

Unter den jetzt Freigelassenen ist auch der Bürgermeister der Stadt Irribarren, Alfredo Ramos, der Ende Juli festgenommen und zu 15 Monaten Haft verurteilt worden war. "Ich bin glücklich, frei zu sein, ich bin mit meiner Familie", sagte er bei seiner Freilassung. "Das war eine harte, schwierige Belastungsprobe. Es war eine willkürliche, ungerechte Haft. Ich habe nichts verbrochen."

Die Opposition hatte in den vergangenen Tagen die Freilassung aller "politischer Gefangener" vor Weihnachten gefordert. Die Menschenrechtsorganisation Foro Penal bezifferte deren Zahl vor den Freilassungen vom Wochenende auf fast 270. Einige der Regierungsgegner wurden schon bei Protesten gegen die Regierung im Jahr 2014 festgenommen, andere bei den Straßenprotesten im Frühjahr und Sommer dieses Jahres, bei denen 125 Menschen getötet wurden.

Reich an Erdöl, trotzdem arm

In Venezuela tobt ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Das lateinamerikanische Land befindet sich trotz reicher Erdölvorkommen in einer tiefen Wirtschaftskrise, die zu schweren Versorgungsengpässen geführt hat. Die Opposition macht Präsident Nicolás Maduro für die Misere verantwortlich.

haz/jm (afp,ap )